Archiv für 2012

Einkaufs-Traumata

Montag, 16. April 2012

Levitra online

1.) Gruselige Puppen in den Regalen

2.) Kleingeldzähler an der Kasse

3.) Einkaufswagensperrer

4.) Nach Schweiß riechende Regaleinräumer

5.) Supermarktdudelmusik

Geträumte Gespräche von imaginären Freunden

Sonntag, 08. Januar 2012

Träum schön

#3 Morgens, Tram-Haltestelle Hackescher Markt

Karl kommt zur Haltestelle, sieht seinen alten Kumpel Heinz:

Karl: Moin

Heinz (schreit ins Handy): Wenn Sie das machen, dann hören Sie von meinem Anwalt! Was? Na, da können Sie einen drauf lassen!

Heinz beendet das Telefonat wutschnaubend mit großer Geste.

Heinz zu Karl: Ach, guten Morgen Karl. Naja, so gut ist der Morgen gar nicht. Musste meinen Versicherungsmakler wulffen - Vertragsprobleme!

Karl: Ach, Du jetzt auch? Wulffen - das neue Unwort für “jemanden telefonisch nötigen und bedrohen”!

Karl macht Luftgeste Anführungszeichen.

Heinz: Naja, irgendwie kann ich ihn auch verstehn. Ständig unter Druck, immer gute Miene zum mediokren Spiel machen. Da kann einem schon mal am Hör-Sprachrohr die Sicherung durchgehen.

Tram 1 kommt, hält und fährt ab. Freunde ins Gespräch vertieft.

Karl: ja, schon ok. Aber da hat er sich doch voll vergallopiert. Und hinterher bleibt er ohne jedes Unrechtsbewusstsein!

Heinz: Er hat ja auch gegen kein Recht und Gesetz verstoßen.

Karl: Aber gegen Anstand, Sitte, Würde des Amtes …

Heinz: Ja, ok.

Karl: … Sprachhygiene, Logik, Ethik …

Tram 2 kommt, hält und fährt ab. Freunde ins Gespräch vertieft.

Heinz: Schon, aber …

Karl: Professionalität, staatsbürgerliche Demut, Verantwortungsbewusstsein …

Heinz: Aber denkt denn hier keiner an seine Verdienste?

Karl: Welche genau?

Heinz: Also, die Sache mit den Muslimen.

Karl: Ja, da war dann mal das!

Heinz: Dass der Islam ja auch zu Deutschland gehört.

Karl: Mhm.

Heinz: Und dann noch …

Karl: Jaaa?

Heinz: Also, er ist schon auch irgendwie sehr repräsentativ. Weniger sprachlich oder inhaltlich, mehr so im Ganzen gesehn. Auch so mit Gattin im Schlepp.

Karl: Tja, ok … und sonst?

Heinz: Zugegeben, den großen Impact hatte er noch nicht. Trotzdem!

Karl: Trotzdem was?

Heinz: Trotzdem ist die Reaktion übertrieben. Übertrieben, maßlos und hysterisch.

Karl: Hysterisch? Na, ich weiß nicht!?

Heinz: Klar hysterisch, mein Freund. Hysterische Bürger eines hysterischen Landes aufgepeitscht von einer sensationsgeilen und kampagnenbesessenen Presse wollen seinen Kopf.

Karl: Nee, nur seinen Rücktritt.

Heinz: Aber das ist doch nun wirklich eine hysterische Reaktion!

Karl: So wie die des Präsidenten am Telefon?

Heinz: Genauso.

Karl: Ein hysterisches Volk und ein hysterischer Präsident! Passt! Wie Faust aufs Auge.

Heinz: Siehst Du? Da haben sich doch zwei gefunden, die sich verdienen.

Karl: So gesehen: Korrekt.

Tram 3 kommt, hält, Freunde steigen ein. Tram fährt ab.

später Tram (innen)

Karl: Und was machst Du jetzt mit dem Versicherungsmakler?

Heinz: Dem geb ich ordentlich Zunder. Wie gesagt, den werde ich wulffen!

Karl: Du drohst mit dem Anwalt?

Heinz: Nee, mein bester. Mit der BILD-Zeitung!

Karl: I werd hysterisch.

Freunde lachen …


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