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Die Null muss gehen

Sonntag, 10. Januar 2010
Die Null muss gehen

Die Null muss gehen

Die Nuller-Jahre, das erste Jahrzehnt des 3. Jahrtausends sind Geschichte. Wie ist es uns ergangen? Waren es fette Jahre oder war es doch eine “lost decade”? Um das Jahrzehnt abschliessend in seinem jeweiligen globalen, nationalen, regionalen oder lokalen sozioökonomischen Kontext zu beurteilen, ist es doch noch etwas früh.

Aber was ist uns selbst alles so passiert? Kann man den Erfolg oder Mißerfolg einer Dekade mit Zahlen und Fakten belegen? Was habe ich verloren, was habe ich gewonnen? Ein sehr persönliches Resümee …

Meine Verluste

  • einige Freunde
  • einige Jobs
  • 2 Zähne
  • 328.500 Haare
  • 36.500.000 Gehirnzellen
  • 50+ kg Gewicht
  • meinen Vater

Meine Gewinne

  • wenige Freunde
  • einige Jobs
  • 5 Plomben
  • viel Menschenkenntnis
  • etwas Wissen
  • wenige Fähigkeiten

Fazit
Bei nüchterner Betrachtung ist mein Ergebnis klar: die Null muss gehen und das ist auch gut so. Doch was ist eigentlich mit Ihnen? Machen Sie den Test! Nehmen Sie sich ein paar Minuten und stellen Sie auf, was Ihnen verlustig gegangen ist in der Nuller-Dekade und was Sie zugewonnen haben! You’ll be surprised!

Tag der Deutschen Einheiten

Samstag, 03. Oktober 2009

Sie haben darum gekämpft vor zwanzig Jahren. In der Heldenstadt Leipzig und am Alex. Sie haben mit friedlichen Mitteln gekämpft - ausdauernd, zielgerichtet, gemeinsam. Die erste erfolgreiche Revolution auf teutschem Boden. Bewunderung! Respekt! Beifall!

Und was wollten sie damals, die Demonstranten in Ostdeutschland? Sie wollten die Einheit, nicht irgendeine - die Deutsche Einheit wollten sie!

Pech nur, dass wir im Westen sie schon hatten, die Einheit! Sie war hart, sie war gut, sie war unser! Die (west-)deutsche (Währungs-)Einheit: die D-Mark! Schon vierzig jahre war sie alt, im besten Alter. Strotzend vor Kraft - damals noch … doch dann ging die Einheit auch nach Osten, dann kam der Anschluss. Da war es schon fast vorbei mit der Deutschen Einheit.

Was wenige wissen: die wahre Deutsche Einheit (D-Mark) wurde der falschen Deutschen Einheit (Die Prinzen) auf dem Altar der Europäischen “Balance of power” geopfert. Denn um den Anschluss möglich zu machen, musste Kohl gegenüber Mitterand versichern, dass er auf die starke D-Mark verzichten werde und somit dem Euro den Weg freigemachen würde.

Und was feiert man heute? Den Anschluss, den Teuro, die Prinzen? Antworten bitte nicht an uns.

Rasender Stillstand - unterwegs in der Hauptstadt der Herzen

Montag, 20. Juli 2009

rasender-stillstand_3

Willkommen in Berlin! Sie sind Tourist. Halt, nicht gleich entschuldigen. Das ist gar nicht so schlimm wie Sie denken. Der Berliner kann Sie zwar per se nicht leiden (denn SIE sind ja kein Berliner, soviel steht schon mal fest), doch will er nur Ihr Bestes - ja, genau: Ihr Geld will er. Also sind Sie hochwillkommen. Dummerweise geben Sie Ihr Geld ja nicht gleich einfach an die hilfsbedürftigen Ureinwohner ab, Sie möchten auch etwas dafür bekommen. Sie wollen die modernen Verkehrsmittel einer echten Metropole nutzen, um die unzweideutig reichhaltigen Sehenswürdigkeiten der teutschen Hauptstadt kennenzulernen. An sich eine gute Idee. Aber wie wollen Sie dahinkommen?

1. Möglichkeit - das Taxi
Das wird Ihnen gefallen, wenn Sie auf gut abgehangenes Soziologenseminarlatein der späten Siebzigerjahre stehen und Ihnen ansonsten der Geruchssinn durch einen schrecklichen Unfall geraubt wurde. Für alle anderen: nicht zu empfehlen.

2. Möglichkeit - das Mietrad
Das wird ihnen gefallen, wenn Sie ansonsten gerne mit dem Tretboot die Niagara-Wasserfälle runterfahren. Denn Sie sind eindeutig Gefahrensucher und Lieblingsopfer von Busfahrern, Trams und des natürlichen Rollfeindes aller Touri-Radler: des Berliner Radlers, der James Caan in Rollerball aussehen lässt wie Oma Käthe beim Begonienschneiden. Für alle anderen: nicht zu empfehlen.

3. Möglichkeit - der öffentliche Nahverkehr
Berlin hat ein dichtes U-Bahnnetz. Das ist auch gut so. Weniger gut für Touristen: in den Sommermonaten wird gebaut … und gebaut … und nochmehr gebaut. Natürlich fährt immer genau die U-Bahn die man gerade braucht genau ausgerechnet heute nicht. Es versteht sich, dass es keine Hinweisschilder in Fremdsprachen gibt, es sei denn man erkennt Hochdeutsch in Berlin richtigerweise als solche an (ja, zugegeben: es handelt sich “ein Stück weit” um eine Text-Bildschere, denn in dem obigen Bild gibt es einen englischen Passus. Is aber die ab so lu te Ausnahme. Schwöööre!).

Berlin hat eine fast flächendeckende S-Bahnversorgung. Wenn die S-Bahn denn fährt. Zurzeit steht sie mehr. Denn es fahren gerade mal 30% aller S-Bahnzüge im Moment. Das haben die Tommys und Yankees nicht mal im Krieg mit ihren Bomben geschafft. Respekt, deutsche Bahn.

Berlin hat viele Busse und Trams. Abgesehen davon, dass es sich für Menschen jenseits der Einmetersiebzig fährt, als wolle man unbedingt nochmal im Go-Cart des dreijährigen Sohnemanns Platz nehmen, sind diese Verkehrsmittel tatsächlich verfügbar und fahren … wenn Sie nicht stehen, denn natürlich wird gerade im Sommer an den perfekt gesetzten, neuralgischen Punkten gebaut, was die Asphaltschippe hergibt.

Am Ende ein kleiner Tipp: Versuchen Sie es doch einfach zu Fuss! Zugegeben, Berlin ist nicht Posemuckel. Aber die Stadt erlaufen lohnt sich wirklich. Dermassen entschleunigt lässt sich Berlin ohnehin am besten geniessen. Dieser Artikel ist ein Update zu: Ich bin raus!

Endstation Zeitschleife

Freitag, 19. Juni 2009
Zeitschleifenloop

Zeitschleifenloop

Der Filmheld erscheint rennend und keuchend auf der Bildfläche, er schreit seiner Angebeten zu, in Deckung zu gehen. Doch zu spät, sie wird erschossen. Der Held ist am Boden zerstört, es gibt keine Zukunft mehr… Keine Zukunft? Aber eine Vergangenheit … und die kommt zuhilfe! Denn da tickt der Zeiger schon auf 12:01 und plötzlich zischt und rauscht der Sound, die bildhafte Welt zerstrahlt in schönste Spektren. Cut. Dunkelheit, ein Wecker klingelt penetrant. Der Held erwacht. Es ist wieder der Morgen des selben Tages. Die Zeit ist zurückgesprungen. Eine Zeitschleife. Der Held kann seine Schöne heute wieder retten und retten und retten …

Ich bin kein Held. Aber ich fahre Tram. Sie fragen sich sicher, was das eine mit dem anderen zu tun hat? Ne Menge, für mich zumindest, denn ich bin in einer Zeitschleife der anderen Art gefangen, also die Geschichte geht so:

Ich fahre gerne Tram in Berlin, Lieblingslaunchstation “S Friedrichsstrasse”, M1 oder 12 Richtung P-Berg. Von der Stadtbahn kommend sehe ich immer schon von weitem das Laufband, das ich - ganz digitaler Bildungsbürger -  sobald nähergetreten reflexartig begutachte, um mich auf den neuesten Newsstand zu bringen (es ist ja schon 13 Minuten her, seit ich meinen Rechner zugeklappt habe, da kann es schon wieder mehrere Unternehmenszusammenbrüche, SPD-Krisen oder Trainerselbstentlassungen gegeben haben, OHNE dass ich es weiss). Also ich zoome sofort auf den Newsticker, der sich oberhalb des Haltestellenhäuschens (sagt man das heute noch so, klingt sooooo ‘73?) befindet und wundere mich.

Denn in schöner LED-Schrift läuft folgendes durch den Kasten (aus dem Kopf zitiert): BVG und N-TV bringen Ihnen die neuesten Nachrichten. So zum Beispiel am 11.06., da hiess es: +++ Hunderttausende feiern 60 Jahre Grundgesetz +++ Grüne helfen Köhler +++ Schauspielerin Barbara Rudnik gestorben +++ Und am 15.06.: +++ Hunderttausende feiern 60 Jahre Grundgesetz +++ Grüne helfen Köhler +++ Schauspielerin Barbara Rudnik gestorben +++ … und am 19.06. +++ Hunderttausende feiern 60 Jahre Grundgesetz +++ Grüne helfen Köhler +++ Schauspielerin Barbara Rudnik gestorben +++ …

Das ist kein Film. Aber eine Schleife. Eine Endlosschleife. Frau Rudnik bleibt (leider) auch weiterhin tot, der Präsi ist gewählt und das Grundgesetz geht stramm auf die 61 zu. Wie lange wird diese Schleife noch gedreht? Haben wir vielleicht immer noch den 23. Mai und die Welt steht bereits seit Wochen still? Oder ist das evtl. eine Kunstaktion, die uns etwas über den Hyperaktualitäts-Hype der modernen Informationsgesellschaft sagen will? Oder hat einfach ein Mitarbeiter seit fast 4 Wochen gepennt? Naja, bei der BVG …

Frühlingsgefühle

Freitag, 24. April 2009
fruhlingsgefuehle-bluehen-auf

fruhlingsgefuehle-bluehen-auf

Was für ein Frühling! Alles blüht, die Sonne lacht, die Röcke werden kurz, die Augen groß und die Herzen weit. Amor bestückt seinen Köcher, Pheromone tränken die Luft mit ihrem verheissungsvollen Äther. Und einige Jungs (und Mädels) packen jetzt wieder den ganz großen Bagger aus.

love is all around

love is all around

Jetzt ist die Zeit in der alle 27 Sinne (danke, Kurt Schwitters) auf vollen Touren laufen. Die Menschen treibt es vor die Tür, ins Grüne und mitten hinein ins Balzverhalten.

Wohin man auch schaut, es gibt nur ein Thema.

Wirklich nur ein Thema.

Flirten, angraben, anbaggern. Das ist das große Spiel. Doch manchmal wird es auch übertrieben. Schockierende Bilder aus dem letzten Jahr belegen, wie das wilde Anbaggern wirklich tiefe Furchen in Berlins Mitte hinterlassen hat.

Der Beweis:

How long is now?

Dienstag, 31. März 2009
How long is now

How long is now

Ein kurzer Moment, ein Augenblick, wir nennen es die “Gegenwart” oder das “Jetzt”. Aber ist es das wirklich? Können wir es auch als solches wahrnehmen? Ist nicht schon in dem Moment des Gegenwärtigen Zeit vergangen, bevor wir uns dem Jetzt überhaupt gewahr werden? Und ist es damit nicht schon Vergangenheit? Schlimmer noch UNSERE Version der Vergangenheit, weil wir den Moment nur aus unserer Perspektive und kontextuell wahrnehmen können oder besser sequentiell. Denn für uns ist die Zeit kein stetiger Fluss, sondern eine Zusammenfassung von Wahrnehmungshäppchen, die wir letztlich nur “historisch” betrachten können.

Also was ist das Jetzt und wie lange dauert es?
In der Wahrnehmungsforschung ist es Konsens, dass der Mensch 3 Sekunden benötigt, um die Gegenwart wahrzunehmen. Alle drei Sekunden fragt das Gehirn also ab, was es neues gibt. Diese episodenhafte Abfolge wird dann im Hirn montiert und so ein Zeitfluss konstruiert. Der Münchner Gehirnforscher Ernst Pöppel beschreibt, dass sich der Mensch gewissermassen durch die Zeit stottert.

Aber widerspricht das nicht unserer täglichen Wahrnehmung, wie wir Menschen interagieren? Im Strassenverkehr, im Sport, in Diskussionen, wie können Menschen “geistesgegenwärtig” aufeinander reagieren? Wahrscheinlich gar nicht. Wenn man einmal überlegt, wie oft Menschen während eines Gespräches aneinander vorbeireden, so kommt man schnell auf den Gedanken, dass der einzelne nur Wahrnehmungen zeitlich vorherliegenden Ursprungs verarbeitet hat und in der Replik auf soeben Gesagtes quasi blind und taub ist. Soviel zur Wahrnehmung.

Doch kann man den Moment leben?
Ja. Wenn man Afrikaner ist. Oder wenigstens aus dem Mittelmeerraum kommt. Hier wird das Jetzt gelebt, ausgenutzt bis in den Nanobereich und permanent gefeiert. Wir Deutsche sehen die Gegenwart immer im Kontext der Bewältigung von Vergangenem UND GLEICHZEITG der Planung des noch zu Erledigenden. Wir sind eigentlich nie im Jetzt angekommen (sportliche, sexuelle und drogeninspirierte Extremumstände einmal ausgenommen)! Wir klammern es aus, weil wir zu busy sind, das Morgen zu planen, so vergessen wir das heute (das Jetzt ist für uns ein “flüchtiger Augenblick”, quasi ein Ausbrecherkönig der Gegenwart).

Die Tatsache, dass ich hier über die Gegenwart philosophiere und mich nicht seelebaumelnd dem Jetzt hingebe, weist mich als Zugehöriger des eben beschriebenen Kulturkreises aus. Ich bin Teil des Problems, aber wie kann ich Teil der Lösung sein? Wenn es - ganz unpathetisch gemeint - etwas gibt, das wir unseren Kindern mitgeben sollten, dann das einfache, kontextlose, frei schwebende Auskosten des Moments. Kinder müssen das nicht lernen. Sie machen das nämlich ganz automatisch. Doch in der Knochenmühle des Lebens wird es ihnen Stück für Stück abtrainert. Und was Hänschen noch kann, lernt Hans nimmermehr.

Brandenburg stirbt aus

Montag, 09. März 2009
Kein Sex mit Nazis

Kein Sex in Rangsdorf

Zunächst einmal ein kurzes aber kräftiges Chapeau! für die Initiatoren der Kampagne “Kein Sex mit Nazis”. Sie wollen das Gute, sie wollen das Richtige. Und das ausgerechnet auf der braunen Scholle der Mark Brandenburg. Respekt!

Doch mal angenommen die holde, märkische Weiblichkeit hält sich an die Vorgabe. Kein Sex mit den Bräunlingen, also auch kein Nachwuchs in diesem ansonsten konstant steigenden Bevölkerungsteil. Brandenburg, das schon heute an den Rändern langsam hinwegsiecht, könnte zu einer öden, leeren Sandwüste verkommen.

Was meinen Sie? Gar nicht so schlimm? Ist doch heute auch schon sterbenslangweilig im Lande? Und immerhin wären wir die Neonazis in diesem Bundesland dann perspektivisch los?!

Jetzt, wo Sie’s sagen. Weitermachen (mit Aufhören)!

Sansibar - die ganze Wahrheit

Samstag, 31. Januar 2009
Sansibar, der Grenzstein

Sansibar, der Grenzstein

Sansibar, dieser Name verheisst das Paradies auf Erden! Spätestens seit Alfred Anderschs “Sansibar oder der letzte Grund” steht Sansibar für einen utopischen Ort mit einer besseren Zukunft. Beim Wort Sansibar allein trägt einen die Sehnsucht fort in die blaue Ferne, wie von Hans Albers besungen. Und Achim Reichel sang entrückt “Hab die ganze Welt gesehn von Singapur bis Aberdeen, wenn du mich fragst wo’s am schönsten war, sag ich Sansibar.” Unter Kokospalmen an endlosen Stränden von mokkabraunen Schönheiten mit den nötigen Mixgetränken versorgt zu werden und dabei nur das Plätschern des indischen Ozeans zu hören. Wunderbar!

Soviel zur Dichtung, doch wie ist es wirklich, das Sansibar unserer Tage? Sonntags keine Brötchen hat weder Kosten noch Mühen gescheut und ist einfach mal hingefahren.

Nach einer umfangreichen, vierminütigen Internetrecherche lagen die wichtigsten Fakten vor: Sansibar ist eine Inselgruppe an der Ostküste Afrikas. Das Klima ist maritim, im Dezember und Januar wird es am wärmsten, die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei 26,5 °C. Das Kulturgebiet ist tropisch. Die Sansibari bestehen aus Afrikanern, Indern, Persern und Arabern.

Anreise
Die Reisezeit lag fest, es würde Dezember werden, bei denkbar ungünstigen, weil besonders heissen Temperaturen. Nachdem Schiffsreisen durch die Piraterie am Golf von Aden und vor Somalia sich als zu gefährlich erwiesen und Flugreisen bei Preisen von 800 Euro knapp über dem SKB-Reisejahresbudget lagen, war Kreativität und Mut zur (Anreise-)Kürze geboten. Schliesslich spielte uns der Zufall den Busfahrplan der Nordseeinsel Sylt in die Hände. Und da stand schwarz auf weiss, dass man von Westerland mit der Linie 2 kurz hinter Rantum und nach einem kleinen Schlenker über Samoa das Paradies Sansibar erreichen kann. Der Reisepreis von 2 Euro wurde gerade noch vom SKB-Reisebudget gedeckt und schon ging es los …

Gastliches Sansibar

Gastliches Sansibar

Erste Entdeckungen
Schon direkt nach dem Ausstieg aus dem Bus erwies sich die vom Reiseautor gewählte Kleidung (kurzärmliges Hawaihemd, Shorts, Adiletten) als nicht ganz optimal. Bei frostigen 2 Grad Celsius und stürmischem Westwind zeigte Sansibar eine überraschend arktische Witterung. Doch nicht nur das Klima wurde in der eingängigen Reiseliteratur völlig falsch beschrieben. Auch die Einwohner der Insel waren keineswegs so multikulturell geprägt, wie uns die Literatur glauben machen will. Die einzigen Menschen von dunkler Hautfarbe waren zwei Solariumbetreiber aus Delmenhorst und das arabischste an Sansibar war ein Zwergpudel namens Ali, der auf dem Schoss einer Düsseldorfer Boutiquenbesitzerin drapiert wurde.

Starke deutsche Präsenz
Unübersehrbar ist der Einfluss deutscher Firmen auf der Insel. Den Grenzstein ziert eine bekannte, deutsche Brauerei. Neben der Staatsflagge weht gleich die Fahne eines grossen, deutschen Autoherstellers und auch die meisten Speisen in der Restaurants könnten genauso gut in Hamburg oder Karlsruhe aufgetischt werden.

Sansibaris Fortbewegungsmittel

Sansibaris Fortbewegungsmittel

Ureinwohner
Jeder männliche Sansibari legt sich im letzten Lebensdrittel metallene, fahrbare Panzer zu, die in ihrer monströsen Präsenz dem Weibchen imponieren und den Anschein von Sicherheit und Souveränität vermitteln sollen. Die Weibchen tragen ihren Pelz gut gepflegt und verströmen einen leicht süsslich-blümeranten Duft, mit dem sie ihrerseits besonders potente Männchen anlocken.

Fazit
Wenn Sie glauben, Sie kennen Sansibar, lassen Sie sich sagen: Sie kennen es nicht. Sansibar ist anders. Und glauben Sie keinesfalls, was Reiseführer schreiben. Glauben Sie Sonntags keine Brötchen. Hier finden Sie die ganze Wahrheit!

Worüber wir sprechen, wenn wir von Werten sprechen

Sonntag, 11. Januar 2009
werte

werte

Dann nehme ich meine qWERTz-Tastatur und … schreibe über Werte! Werte also, jeder führt sie ständig im Munde. Eine Wertedebatte reiht sich an die nächste. Vom Wertekodex über Werteverfall bis hin zu Wertberichtigungen spannt sich der Bogen der täglichen Befeuerung mit scheinbar offensichtlichen Wertmaßstäben. Aber wovon sprechen wir eigentlich wenn wir von Werten sprechen? Eine Annäherung.

Wie sind denn Ihre Werte heute so? Wo liegen denn die Bestwerte in Ihrem persönlichen Wertesystem? Auf welchem Grund stehen Ihre Grundwerte? Das können Sie nicht beantworten? Ach, Sie sind Christ? Auf welcher Bewertungsskala lassen sich eigentlich christliche Werte messen? Wieder nichts? Tja, schade eigentlich.

Wikipedia macht uns auch nicht schlauer: In der substantiellen Verwendung ist ein Wert etwas, von dem behauptet wird, dass es in bestimmter Weise und in einem bestimmten Grad zur äußeren oder inneren Existenzerhaltung eines Lebewesens beiträgt, wobei unter Lebewesen ganz allgemein ein System mit einem Überlebensproblem zu verstehen ist. Das soll ein Wert sein? Na prima. Immerhin wissen wir jetzt, das da erstmal ein Problem existieren muss, damit da auch ein Wert ist. Und was nun? Hat das Leben an sich jetzt einen Wert oder nicht? Und auch einen Mehrwert?

Oscar Wilde schrieb: Heutzutage kennen die Menschen von allem den Preis und von nichts den Wert. Stimmt irgendwie. Preise lassen sich bewerten, zuordnen und vegleichen. Aber Werte? Ist ein Wert einfach da oder muss man ihn künstlich herstellen? Gibt es überhaupt Werte ohne den Menschen? Den Wikipedianern scheint ein Lebeswesen auszureichen. Oder ist der Umgang mit Werten doch in Wahrheit menschenexklusiv?

Nur Menschen können zum Beispiel schöpferisch tätig werden (jaja, schon gut … “ER” kann das auch … aber kommen Sie mir jetzt nicht mit acrylmalenden Elefantendamen). Also nochmal, schöpferisch ist er, der Mensch. Und Wertschöpfung ist ein Vorgang, der neue Werte kreiert. Die sind zunächst neuwertig und leiden später dann unter Wertminderung. Wie ist das dann mit einem werthaltigen Fahrschein, der dann aber entwertet wird und doch dadurch erst wertvoll? Verwirrend das Ganze.

Da der Nutzwert dieses Artikels gerade kurz davor ist die äussersten Marginalien des Existenzberechtigungs-Grenzwertes entlangzuschrabben, bitte ich den geneigten Leser um eine milde Bewertung.

Sonntags keine Brötchen eröffnet erste Offline-Filiale

Mittwoch, 31. Dezember 2008
Das macht Sonntags keine Broetchen am Montag

Das macht Sonntags keine Brötchen am Montag

Sonntags keine Brötchen verlässt erstmals das Internet um eine Realwelt-Dependence zu errichten. Montags kein Sushi startet zum Jahreswechsel auf der schönen Nordseeinsel Sylt. Das Branding des Brötchen Flagship-Stores am Rande des Promidorfes Kampen ist standortbedingt maritim geraten.


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