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Worüber wir sprechen, wenn wir von Werten sprechen

Sonntag, 11. Januar 2009
werte

werte

Dann nehme ich meine qWERTz-Tastatur und … schreibe über Werte! Werte also, jeder führt sie ständig im Munde. Eine Wertedebatte reiht sich an die nächste. Vom Wertekodex über Werteverfall bis hin zu Wertberichtigungen spannt sich der Bogen der täglichen Befeuerung mit scheinbar offensichtlichen Wertmaßstäben. Aber wovon sprechen wir eigentlich wenn wir von Werten sprechen? Eine Annäherung.

Wie sind denn Ihre Werte heute so? Wo liegen denn die Bestwerte in Ihrem persönlichen Wertesystem? Auf welchem Grund stehen Ihre Grundwerte? Das können Sie nicht beantworten? Ach, Sie sind Christ? Auf welcher Bewertungsskala lassen sich eigentlich christliche Werte messen? Wieder nichts? Tja, schade eigentlich.

Wikipedia macht uns auch nicht schlauer: In der substantiellen Verwendung ist ein Wert etwas, von dem behauptet wird, dass es in bestimmter Weise und in einem bestimmten Grad zur äußeren oder inneren Existenzerhaltung eines Lebewesens beiträgt, wobei unter Lebewesen ganz allgemein ein System mit einem Überlebensproblem zu verstehen ist. Das soll ein Wert sein? Na prima. Immerhin wissen wir jetzt, das da erstmal ein Problem existieren muss, damit da auch ein Wert ist. Und was nun? Hat das Leben an sich jetzt einen Wert oder nicht? Und auch einen Mehrwert?

Oscar Wilde schrieb: Heutzutage kennen die Menschen von allem den Preis und von nichts den Wert. Stimmt irgendwie. Preise lassen sich bewerten, zuordnen und vegleichen. Aber Werte? Ist ein Wert einfach da oder muss man ihn künstlich herstellen? Gibt es überhaupt Werte ohne den Menschen? Den Wikipedianern scheint ein Lebeswesen auszureichen. Oder ist der Umgang mit Werten doch in Wahrheit menschenexklusiv?

Nur Menschen können zum Beispiel schöpferisch tätig werden (jaja, schon gut … “ER” kann das auch … aber kommen Sie mir jetzt nicht mit acrylmalenden Elefantendamen). Also nochmal, schöpferisch ist er, der Mensch. Und Wertschöpfung ist ein Vorgang, der neue Werte kreiert. Die sind zunächst neuwertig und leiden später dann unter Wertminderung. Wie ist das dann mit einem werthaltigen Fahrschein, der dann aber entwertet wird und doch dadurch erst wertvoll? Verwirrend das Ganze.

Da der Nutzwert dieses Artikels gerade kurz davor ist die äussersten Marginalien des Existenzberechtigungs-Grenzwertes entlangzuschrabben, bitte ich den geneigten Leser um eine milde Bewertung.

Sonntags keine Brötchen eröffnet erste Offline-Filiale

Mittwoch, 31. Dezember 2008
Das macht Sonntags keine Broetchen am Montag

Das macht Sonntags keine Brötchen am Montag

Sonntags keine Brötchen verlässt erstmals das Internet um eine Realwelt-Dependence zu errichten. Montags kein Sushi startet zum Jahreswechsel auf der schönen Nordseeinsel Sylt. Das Branding des Brötchen Flagship-Stores am Rande des Promidorfes Kampen ist standortbedingt maritim geraten.

Sorum wird ein Schuh daraus (Hohe Schuhe der Diplomatie)

Samstag, 20. Dezember 2008
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Herr Reid in London aufgewachsen, hatte ne Bombe an den Haxen,
beim Übersee-Flug nach nirgendwo. Erwies sich bald als Griff ins Klo
denn jetzt sitzt Reid in Guantanamo.

Das ist auf Kuba müsst Ihr wissen. Da ist schonmal ein Strick gerissen.
Es war in eisiger Krisenzeit. Da drückte der Schuh im heissen Streit.
Und Nikita schlug ihn wie verrückt. Auf Tisch mit grünem Samt bestückt.

Viel später dann im Morgenland, ein Präsident zu sprechen anstand,
der hatte gerade erst angehoben, was man ihm hätt in die Schuhe geschoben.
Ein bärtiger Mann aus dem Zweistromland die Rede wohl unausstehlich fand.
Sie zog ihm glatt die Schuhe aus. War ja auch grad Nikolaus.
George Walker muss sich heftig ducken. Das wird die Presse kräftig drucken.

Sorum wird ein Schuh daraus.

Pumpe-Düse

Sonntag, 23. November 2008
Pumpe-Düse (Quelle: Bosch)

Pumpe-Düse (Quelle: Bosch)

Wusste nie genau was das ist, Pumpe-Düse? Irgendwas mit modernen Dieselmotoren, sagt man. Es geht um den Einspritzdruck, habe ich gelesen. Verhältnismässig hoher Aufwand, hohe dynamische Belastung, steht bei den Wikipedianern.

Menschliches Herz. GNU Free Documentation License, Autheur: Meul

Menschliches Herz. GNU Free Documentation License, Autheur: Meul

Was hat das mit mir zutun? Mit meinem Leben, mit Ihrem Leben? Das Herz ist eine Pumpe, soviel ist schon mal klar. Und die Düse geht einem, wenn man aufgeregt ist. Zum Beispiel bei dynamischer Herzbelastung anlässig einer neuen Romanze. Das Herz, der alte, belastbare Pumpmuskel bekommt da einiges zu tun. Ganz schöner Aufwand. Verhältnismässig!

DINGE

Freitag, 14. November 2008
DINGE

DINGE

Dinge passieren. Einfach so. Gerade war es noch “kein Ding”, jetzt ist es “unabdingbar”. Wenn Dinge passiert sind, dann existieren sie. Sie sind dann manchmal dick, manchmal krumm, selten schön.

Nehmen wir uns eigentlich genug Zeit, den Dingen auf den Grund zu gehen? Nennen wir die Dinge beim Namen oder sind sie für uns doch immer nur Dingsbums oder Dingsda?

Wenn Sie die Dinge ab sofort auch etwas ernster nehmen wollen, treten Sie bitte den “Freunden der unbenannten Dinge” bei und schicken Sie uns eine Mehl unter “Mein Ding”!

Berliner Trends: Freizeitoasen von morgen

Samstag, 01. November 2008

Die zu erwartenden negativen Auswirkungen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft Berlins und die fortschreitenden Kürzungen in den Budgets des Berliner Senats und der Bezirke erfordern ein Umdenken in der Freizeitgestaltung der hauptstädtischen Bevölkerung. Less is more, Energieverschwendung ist mindestens Mord an der Zukunft unserer Kinder und sexy Armut ist quasi Kernkomptenz Berlins.

Also ist Innovation und Mut zur Lücke angesagt. Das neue Spassbad Invalidenoase (Foto) im Herzen der Hauptstadt ist ein guter Beleg dafür:

  1. nachhaltige Ressourcennutzung (topinnovative Solarenergie sorgt für Wassererwärmung, sobald die Sonne scheint; durch erdnahes luftgefiltertes Regenwasser ist der Invalidenpool ruckzuck planschbereit).
  2. kostenextensives Bereitstellungs- und Erhaltungsmanagement (bei der Erschliessung, Fertigung und Verrotung werden nur 1-Cent-Jobber eingesetzt).
  3. konsequent nachhaltiges Brachendesign (als Erprobungsraum für die schrittweise Re-Naturierung des Tempelhofer Flugfeldes zum Unterjura Regenwald).

Wie gestern kein Senatssprecher mitteilte, ist das Spassbad im oberen Preissegment angesiedelt und richtet sich primär an Elendstouristen, Pornoschwaben und Brandenburger Tagesgäste.

Die SKB 360° Bildanalyse

Sonntag, 26. Oktober 2008
180Grad

180Grad

Ein Herz für Waffen
So lautet die neue Kampagne des Forum Waffenrechts, einer Vereinigung der deutschen Waffenlobby nach dem Vorbild der amerikanischen NRA (National Rifle Association). Das Forum möchte hiermit ein junges, urbanes Zielpublikum erreichen.

… um was zu tun? Die Biedermänner von der Waffenlobby und ein street cred tag? Nicht sehr wahrscheinlich … es muss eine andere Erklärung für das Werk geben:

270Grad

270Grad

Ein bisschen mehr Liebe und Gewalt
Der deutsche Film goes Guerilla Marketing. An ausgewählten Orten in der deutschen Hauptstadts Szenekiezen finden sich scheinbar unzusammenhängende Tags, Poster und Graffiti, die sich sämtlich um die großen Themenfelder Liebe, Tod und Spass dabei drehen. Sie sind alle Teil einer Pre-Shooting Kampagne der Produktionsfirma “Eichen, Laub und Kreuze” aus Berlin Köpenick, die uns schon so große, wenn auch umstrittene Werke wie “Die Flucht vor der Flucht” und “Ostraum” kredenzte.

Ein bisschen mehr Liebe und Gewalt” ist das deutsche Remake von “Love and a .45″, eines trashigen und blutigen Roadmovies aus dem Jahre 1994, das demnächst in der Hauptstadt gedreht wird. Der Film spielt in den letzten Monaten des III. Reiches in Berlin und ist mit Sonya Kraus, den Wildegger Herzbuben und den Überresten von Jörg Haider in den Hauptrollen ebenso prominent wie ambitioniert besetzt. Gedreht wird ausschliesslich in einer aus Leberkässcheiben und getrocknetem Sauerkraut bestehenden, detailgenauen Nachbildung von Hitlers Reichskanzlei.

… puuuhhhh, da gingen aber reichlich die Pferde durch: Jörg Haider, Hitlers Reichkanzlei, Sauerkraut? Alles wegen dieses dichotomischen Bildensembles? Vollkommen vergallopiert. Auf ein Neues:

a bit more ...

a bit more ...

Liebe ist “porno”, Glaube ist “die Bombe”
Jesus ist out, Glaube war gestern. Immer weniger junge Menschen interessieren sich für die Angebote der beiden großen, christlichen Religionsgemeinschaften in Deutschland. Die Botschaft dringt nicht mehr zu den Kids durch. Jetzt unternimmt eine Berliner Freikirche einen Anlauf, die Jugendlichen da abzuholen, wo sie ihre Freizeit verbringen: auf der Strasse. Nach etlichen Umfragen in Berliner Schulen wurde schnell ersichtlich, dass die 10 Gebote bei den Heranwachsenden als “voll psycho” und die Bergpredigt als “total emo” eingeschätzt und somit voll “gedisst” werden.

Die neue Kampagne wählt nun eine zielgruppenkonforme Ansprache. Neben dem obigen Plakatensemble gibt es u.a. auch noch Tags mit Maria Magdalena im bitch look und Egoshooter Games wie old school testimony in denen die Gamer gegnerische Armeen ertränken, Brüder meucheln und Verräter zu Salzsäulen triggern können.

Nochmal zum Anfang?

Geträumte Gespräche mit imaginären Freunden

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Träum schön

#2 X-Berg, zu Fuß auf der O-straße zwischen Adalbert und O-Platz

C: Was war das denn?

D: Wie, was soll denn gewesen sein?

C: Du hast doch genickt, als die beiden vorbeigelaufen sind. Kennst Du die etwa?

D: Nö. Das macht man so in unserem kleinen, familiären Kreuzberg.

C: Das waren aber die ersten, denen Du zugenickt hattest seit dem Madonna. Und es waren die ersten Schwarzen, die wir trafen!

D: Na und?

C: Ich sag Dir, was Du bist: Du bist ein Schwarzennicker!

D: Schön, dass man sieht dass ich ein wenig trainiert habe, aber wie Arnold sehe ich nun doch nicht aus.

C: Du weisst genau, was ich meine: Du grüßt die Brüder, damit die nicht denken Du bist rassistisch?! Du bist tolerant und offen und total pc! Haste irgendwie nen schlechtes Gewissen oder was?

D: OK, gebe zu, ich will den brothers damit demonstrieren: Niggas, you welcome … resssspect! was ist falsch daran? Und ich gehe noch weiter: ich bin auch ein Behindertenlächler! Wann immer jemand im Rollstuhl oder auf Krücken auf mich zukommt, gebe ich ein aufmunterndes Lächeln rüber. Nach dem Motto: alles wird gut! Was ist daran schlimm?

C: Vater Theresa hier, lass das mal nich die Jungs hören!

D: Das Gequatsche macht mich echt hungrig, lass uns schnell zum Koreaner, habe Bock auf Cockerspaniel! Getränke gehn auf mich!

gleichzeitig X-Berg, zu Fuß auf der O-straße zwischen O-Platz und Adalbert

M: Why did you do that?

L: Did what?

M: You greeted that fat fuck, bro! Didn`t look like kin to me? You know him?

L: Naa, I just felt that poor old dude needed a heads up, you know.

M: He needs some serious exercise man, thats what he needs. Whaling motherfucker!

L: Come on, my mom and most cuzes are all obese and shit. It`s tough, you know? So be a little tolerant, man!

M: Tolerant, my ass. But I`m getting thirsty. Let’s grab a sixpack - you pay!

L: Yeah, I hear ya. No good deed goes unfucked or whatever …

Dieser Traum wurde inspiriert durch: Curb your enthusiasm! (thx to Larry David)

eine Bank ist eine Bank ist eine Bank

Samstag, 04. Oktober 2008

Davon haben Sie bestimmt schon gehört: die internationale Bankenkrise grassiert. Banken werden zu einer bedrohten Spezies, einige Dinos der Branche haben schon ins Gras gebissen. Jetzt melden die Medien, die Bankenkrise hätte Europa erreicht. Und von Europa ist es bis Berlin ja auch nicht mehr weit. Wie können Sie sich persönlich dagegen wappnen? Wer hat die Antworten? Sonntags keine Brötchen kennt die Welt und gibt Tipps, wie Sie der Bankenkrise entkommen.

Eins schonmal vorweg: Sollte Ihre Bank ggf. von der Bankenkrise betroffen sein, müssen Sie handeln, es nutzt nichts, alles auf die lange Bank zu schieben.

Tipp1: Wenn Ihre Bank auch auf faule Kredite gesetzt hat, dann hilft nur eins: Bankdrücken, nur mit einem Fitnesspaket kommen die Kredite langsam wieder auf die Beine.

Tipp2: Wenn Ihre Bank sich dramatisch an den internationalen Sub-Prime-Märkten verspekuliert hat, gehen Sie doch lieber gleich zu den Profis von der Spielbank, um Ihr Geld anzulegen.  Doch Vorsicht: am Ende gewinnt immer die Bank.

Tipp3: Ihre Bank ist an Ihrer Zukunftsplanung nicht mehr interessiert, weil sie sich nur mit der Finanzkrise beschäftigt? Dann wechseln Sie schnell zur Samenbank, hier wird schon aus ganz wenig Zutun Ihrerseits ein Zukunftsprojekt mit Wachstumspotential.

Tipp4: Dieses ganze Chaos ist Ihnen zuviel, Sie können nachts nicht mehr schlafen? Dann empfehlen wir Ihnen die Parkbank in einer Grünanlage Ihres Vertrauens.

Tipp5: Wenn Ihre Bank wirklich in den finanziellen Ruin schlittert und droht Sie mit zu ziehen, dann hilft nur noch die Auswechselbank.

Ein Service der Bank für gemeine Wirtschaft.

GETRÄUMTE GESPRÄCHE MIT IMAGINÄREN FREUNDEN.

Freitag, 26. September 2008

Träum schön

#1 In der Eckkneipe, kleine Runde

O: Gebraucht werden, ich glaube das ist mir wirklich wichtig!

R: Du meinst das so im Sinne von “wenn ich gebraucht werde, werde ich auch wahrgenommen und kann mich selbst spüren, das gibt mir einen Grund für mein Hiersein“, sowas in der Art?

O: Ja, genau. So hat doch alles einen Sinn. Was soll die ganze Schose denn sonst?

C: Schaut hier, mein Taschentuch ist auch ziemlich gebraucht, aber hat es das auch gewollt? Empfindet es sich jetzt als sinnvoll oder doch nur vollgerotzt? Schwere Frage!

R: Mal im Ernst, gebraucht werden ist doch auch nur ein anderes Wort für benutzt werden. Klar, man wird dadurch der Teil eines Ganzen. Aber der Schritt zum ausgenutzt werden ist klitzeklein.

O: Reine Semantik, mir doch wurst mit welcher Intention jemand etwas von mir möchte. Ich gebe gern, egal ob Du das Ausnutzen oder Brauchen nennst.

C: Also eins ist zumindest klar, Du siehst jedenfalls schon ziemlich gebraucht aus!

O: Na, da dank ich aber.

Alle: Die Dame, bitte noch ne Runde für die Ecke hier!

Dieser Traum wurde gesponsered von: Bier vor vier


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