Autorenarchiv

Technologiegeschichte

Mittwoch, 01. Oktober 2008

Berlin. Herbst 2008.

Die Hauptstadt ist erneut der restlichen Welt einen Riesenschritt voraus und wie immer voll auf der Höhe der von ihr selbst definierten Zeitmarke.
Die neueste Attraktion für bildungshungrige Besucher: Der Technologie-Stadtspaziergang.
Ziel ist es, mit einer Art archäologischer Systematik die Überreste der Informationsgesellschaft zu erlaufen. Unter Leitung eines Nerds der ersten Stunde bekommt der Besucher einen tiefen Einblick in die Geschichte Berlins als Speerspitze der hochkomplexen Kommunikationsblabla Geschwafel etc.
Obiges Exponat steht beispielhaft für die Entwicklung der letzten 20 Jahre und nimmt in seiner visionären Umsetzung bereits vieles vorweg, was uns heute selbstverständlich erscheint.
Das Exponat fand sich noch vor nicht allzu langer Zeit an zahlreichen neuralgischen Punkten der Hauptstadt. Die Benutzung war ganz einfach und auch von zufällig vorbeikommenden Passanten ohne weiteres zu bewältigen. Nötig war nichts weiter als ein Lötkolben, ein Modemstecker und etwas Fingerfertigkeit. So konnte sich der begabte Nutzer durch das Zusammenlöten des Steckers mit obig zu erkennendem Breitbandkabel seine persönlichen, öffentlichen Internetzugang schaffen: Wired LAN.
Verblüffend einfach.

Geträumte Gespräche mit imaginären Freunden

Montag, 29. September 2008

# 2  An der Theke zu Zweit

 

A: Äh.

F: Was, äh?

A: Äh, nix.

F: Gut.

A: Wie, gut?

F: Na, gut, dass nix is.

A: Warum gut, dass nix is?

F: Du sagtest doch, dass nix sei, als ich dich nach deinem ursprünglichen „äh“ fragte, was denn sei.

A: Warum soll denn das gut sein, dass ich sagte, dass nix is, wenn du mich fragtest, was denn sei, nachdem ich „äh“ sagte. Kann ja auch sein, dass ich mit dem „äh“ eine tief greifende Äußerung voller Weltschmerz in einen seufzenden Ausdruck kleiden wollte, der näher zu beschreiben mir mit Worten nicht möglich war. Heißt also nicht, dass etwa nix is, sondern ist nur der Beweis, dass es halt Dinge gibt, für die man nicht viele Worte machen muss und die der Andere doch zwischen den Zeilen lesend verstehen kann – ganz ohne viele Worte halt.

F: Ah.

A: Was ah.

F: Nix.

A: Gut.

 

Gebrauchslyrik

Donnerstag, 18. September 2008

ich kommentier mich selbst - selbstreflexiv.
kommentier, du tier.
alphatier, alphaville.
wer weiß schon, was ich will.
ich will alles. alles oder nichts.
nichts ist unmöglich.
bloß nie toyota fahren.
schwarzfahren.
schwarzmalen. malen nach zahlen.
wer kann das bezahlen, wer hat das bestellt.
bestellt und nicht abgeholt.
bestellhotline, o900er nummer, was kostet die welt.
weltschmerz, schmerztablette. da hilft kein aspirin.
nur der kopfschmerz bleibt.
mir platzt der kopf, kopflos, loslassen, losgehen. aber wohin.
ziellos, mutlos, kraftlos, rubbellos, dauerlos.
dauernd breit, breitbandkabel.
kabelanschluss, anschlussgebühr.
gebühr nicht bezahlt, leitung gesperrt.
pech gehabt. ab jetzt nur noch schwarzsehen.
auf wiedersehen.

 

Magie

Mittwoch, 17. September 2008

Welche Magie geht von diesem Gegenstand aus.

Brachial nur auf den ersten Blick, eröffnet er dem geneigten Betrachter bei genauerem Hinsehen eine Welt voller Gefühle, Sensualität und Hingabe. Welch erotischer Schwung umspielt die kräftigen Reifen, welch ausdrucksstarkes Profil sucht den Dialog mit dem Betrachter. Die unbändige Kraft des rohen Stahls, überzogen von einem hauchdünnen Makeup in Orange. Verletzlich bei aller Direktheit, sucht zu gefallen auf die ihm eigene rustikale Art. Kokettiert mit seinem Alter (25 - wer hätte das gedacht?) und spielt mit unseren Erwartungen. Schmuckvolle Details, verschämt verborgen hinter der Maske der schieren Gewalt. Fast fleht er um unsere Zuneigung, doch anbiedern braucht er sich nicht. Zu stolz, zu unbändig seine Lebenslust. Schüchtern berühren wir das kalte Metall, fühlen die prägnanten Linien. Die kleinen Fehler, die ihn so sympathisch machen. Und doch müssen wir weiterziehen. Weiter durch die dunkle Nacht. Ach, welch flüchtiges Abenteuer, welch vergängliches Sehnen - es soll nicht sein, dieser Liebe wäre keine Zukunft beschieden.

Doch nie werden wir ihn vergessen, diesen sinnlichen Zauber, der uns für den Moment umfing…

Marktlücke

Mittwoch, 17. September 2008

Unter der Rubrik “Erotik, sonstiges” eines bekannten Stadtmagazins fand ich neulich folgendes Inserat:

“Die diskrete Dienstleistung: Anonym, sauber, zuverlässig.

Stundenweise Vermietung von Geräten zur Ausübung der geschlechtlichen Vereinigung. Garantiert nur standfeste Geräte. TÜV-geprüft. Mitzubringen: Handtücher. Kaution 100 €. Jetzt spezielle Einführungsangebote! Achtung: Verhütungsmittel und Hygieneartikel sind nicht im Preis enthalten.”

Hier nicht?

Mittwoch, 23. Juli 2008

Nur, falls irgendwer auf die Idee kommen sollte.

Ach, wir sind natürlich tolerante Ex-Raucher…

Zutritt

Mittwoch, 23. Juli 2008

Wie sagt man so schön: IN ist, wer drin ist…

Informationstechnologie

Mittwoch, 23. Juli 2008

Schon erstaunlich, wie sich die moderne Informationstechnologie in allen Lebensbereichen Bahn bricht und ihr einen unmissverständlich elektronisch-kulinarischen Stempel aufdrückt. Willkommen im neuen Jahrtausend, endlich angekommen…

Kreativseminare

Mittwoch, 23. Juli 2008

Das schönste an Kreativseminaren ist ja, am Montag wieder an seinen zugemüllten Schreibtisch zu kommen, seine 153 mails zu checken und spätestens nach dem ersten nervigen Telefonat alle guten Vorsätze vergessen und den Zustand von vor dem Seminar vollständig wieder hergestellt zu haben. Danke Realität!

Schlichte Wahrheiten und Allgemeinplätze

Freitag, 06. Juni 2008
  • Der gute alte Paartanz kommt wieder.
  • Ein Paar Wiener bitte. - Senf und Brötchen?
  • Ich bin schon zweimal durch die Fahrprüfung gefallen.
  • Theoretisch hat jeder Mensch einen Doppelgänger - irgendwo auf der Welt.
  • Die Entdeckung der Doppelhelix im Jahre 1953 markiert den Beginn der modernen Genetik.
  • Mit dem Maserati Biturbo wollte sich das Unternehmen Anfang der 80er neue Käuferschichten erschließen.
  • Verbod fietsen en bromfietsen te plaatsen.

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