Autorenarchiv

Das Klingelhaus am Walde

Sonntag, 26. Oktober 2008

Klingelingeling!

 

Hallo?

 

Hallo Zwerg mit dem Bier- ich bin’s -der blaue Mülltonnenmann! Lass mich rein, will auch ein kaltes Bier!

Einverstanden - aber ich habe eine Bedingung! Da das Bier noch nicht kalt ist und ich es für Dich noch kühlen muss, tue Folgendes:

Fahre sofort nach Prag und setzte dort am Bahnsteig des Gleises 3 einen Hasen aus, der mit einem Rucksack verwachsen ist. Du kennst ihn, er wohnt über mir im Klingelhaus. Setzte ihn am Rande des Abgrundes aus und komme dann zu mir zurück. In der Zwischenzeit werde ich für Dich ein Bier kühlen.

Sag’s und verschwand im Klingelhaus.

Und so klingelte der blaue Mülltonnenmann also beim Hasen, nahm ihn und zog los gen Prag. Er setzte den Hasen, der mit einem Rucksack verwachsen ist, auf dem Prager Bahnhof aus und platzierte ihn am Rand des Abgrundes.

Er selbst kehrte zurück zum Klingelhaus und bekam sein kaltes Bier.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann sitzen sie noch immer dort, im Klingelhaus am Walde, und trinken kaltes Bier. Nur der Hase, der sitzt noch immer in Prag, am Rande des Abgrundes. 

So ist die Welt…

360 GraD

Sonntag, 26. Oktober 2008
90Grad

90Grad

Senat startet neue Image-Kampagne für Berlin.

Nach der erfolglosen “be ein berlinchen” Kampagne hat die Senatsverwaltung für Propaganda und Wahrheit schnell reagiert und eine neue Agentur mit der Image Werbung für Berlin betraut. Das erste Plakat, welches flächendeckend in der kommenden Woche geklebt werden wird, trägt den Titel “Bitte recht freundlich.” Zielgruppe sind Besucher der Stadt. Sie werden damit auf eine besondere Stärke Berlins hingewiesen: die Gastfreundschaft. Die Stadt ist eben “a bit mehr herzlich” zu seinen Gästen - auch wenn nicht alle Besucher die englische Losung  verstehen werden. Doch die Agentur “bricht” geschickt etwaige fehlende Englischkenntnisse mit der visuellen Waffe - so wird es wirklich jeder Touri verstehen!

Nach “be ein berlinchen” also nun also “a bit herzlich” - freuen wir uns nun auf weitere Plakate zu den Stärken der Stadt.

Noch nicht überzeugt? Dann clicken Sie hier!

Am Rande des Abgrundes

Samstag, 25. Oktober 2008

 

Dieser arme Rucksack wurde am Rande des Abgrundes auf dem Bahnsteig 3 des Prager Hauptbahnhofes gesichtet. Aus lauter Verzweiflung - wahrscheinlich hatte ihn ein herzloses Kind dort ausgesetzt - saß er dort regungslos und wartete am Rande des Abgrundes auf einen neuen Kinderrücken. Woher er kam und weshalb er dort saß… wir werden es wohl nie erfahren.

Pilzsuche

Freitag, 17. Oktober 2008

Herbstzeit ist Pilzzeit. Mein erster Fund - eine Stinkmorchel. 

 

Eine zweite Stinkmorchel - außer Betrieb.

Einfeleisen erfunden!

Freitag, 03. Oktober 2008

Endlich hat das Zweifeln ein Ende! Menschen wie ich, die früher vom Teig genascht hatten und sich heute mit allerlei Zweifel rumplagen, können endlich aufatmen. Mit dem Einfeleisen lässt sich problemlos aus Zweifeln des Tages eine beruhigende, schlaffördernde Einfalt zubereiten. Der Teig aus den Zweifeln des Tages wird vor dem Schlafengehen angerührt, auf die einzige Hälfte des neuen Einfeleisen gegossen und anschließend einseitig zur großen Einfalt gegart. “Am besten direkt nach den Tagesthemen oder dem heute journal die Zweifel des Tages zum Teig rühren”, empfiehlt der Erfinder des Einfeleisens, “dann schläft man besser ein, kann mit imaginären Freunden sprechen und versteht die Welt am nächsten Morgen viel besser.”  Der Autor hat es gleich ausprobiert und kann die Wirkung des Einfeleisen leider nur bedingt bestätigen. Er hat zwar nach einer ruhigen Nacht mit imaginären Freunden verstanden, dass alles einfach ist und sich deshalb zum Frühstück auch gleich die Bild gekauft. Bei der Lektüre kam dann aber ein übler Brechreiz mit fatalen Folgen…  

Einfeleisen

Einfeleisen

Zweifelwaffel

Samstag, 27. September 2008

 

Zweifeleisen

Zweifeleisen

Manche Wörter und Leibgerichte sind vom Aussterben bedroht. Zum Beispiel die kaum mehr bekannte “Zweifelwaffel”, die mit dem aussterbenden “Zweifelwaffeleisen” zu Großmutterszeiten gerne zubereitet wurde.

Damals hatte man noch viele Zweifel. Man mixte diese zu einem Zweifelteig und gab Zucker hinzu (was dann zu süßen Zweifeln führte) oder Salz (was dann herzhafte Zweifel ergab). Als Kind naschte man früher gerne mal den Teig - was dann dazu führte, dass uns heute gerne in den frühen Morgenstunden oder beim Einschlafen Zweifel plagen. Die heutige Generation kennt dagegen keine Zweifel. Denn heute werden Zweifel durch das so genannte “Internet” sofort ausgeräumt oder Politiker sagen uns, dass wir keine haben müssen. 

Gerade jetzt habe ich wieder Zweifel, ob das ein guter Beitrag ist. Leider habe auch ich damals genascht und muss nun dafür leiden.

Tage wie dieser

Dienstag, 16. September 2008

Tage wie dieser sind dann einfach vorbei,

wenn man sich in sein Bett legt und eingeschlafen ist.

Das ist gut so, denn dann kann ja ein neuer Tag wie dieser beginnen,

wenn man aufwacht und aus dem Bett steigt.

So geht das dann weiter und irgendwann bleibt man dann einfach liegen.

Mobilität ohne Benzin

Donnerstag, 07. August 2008

Endlich - der Durchbruch!

Tausende durch hohe Benzinpreise geplagte Autofahrer atmen auf. Die Automobilhersteller haben endlich den Durchbruch bei der Entwicklung alternativer Antriebe geschafft. Dank uranbetriebener Mini-Reaktoren können Autos demnächst an jedem Gartenschlauch tanken. Aufgedeckt wurde der Energie-Clou der Autoindustrie, als Uran über Normalwert im Trinkwasser nachgewiesen werden konnte. Leider ist das Tanken von Uran mit verdünntem H2O noch nicht flächendeckend möglich. Aber dies ist nur noch eine Frage der Zeit. Nun warten wir gespannt auf die ersten Modelle mit klanghaften Namen wie Hummer Uentrop, Golfleben oder Schneller Brüpel!   

Die Mitte ist extrem

Samstag, 26. Juli 2008

Die Mitte ist extrem

Nun wissen wir es also: Wahlen werden längst nicht mehr in der Mitte entschieden, sondern am extremen Rand. Nun ist diese Wählerbewegung auch im Reich der Mitte nicht mehr aufzuhalten…

Zwillinge…

Samstag, 19. Juli 2008

…faszinieren uns, weil sie meistens direkt nach ihrer Geburt getrennt wurden und sich dann - unwissend ihrer Existenz - nach 20 Jahren auf der Gummibandsammelmesse in Hintertupfing zufällig wieder sehen. Beide haben das gleiche Hobby, ihre Ehepartner sehen sich ähnlich und sie selbst sind natürlich nicht voneinander zu unterscheiden. Gleich dann treiben sie mit uns ihren bösen Schabernack, tauschen ihre Rolle und haben mehr Spaß beim Sex, weil der Partnertausch so unauffällig ist.

Auch für Biologen und Verhaltensforscher sind diese Zwillinge interessante Forschungsobjekte. Die Gene bestimmen doch sehr stark, wer wir sind und was wir tun. Bei Zwillingen sind sie meistens noch stärker als bei uns Einzelmenschen. Sie (die Gene) sind ja auch doppelt vorhanden in jeweils zwei einzelnen Menschen, sozusagen.

Uninteressant dagegen sind Zwillinge, die nicht kurz nach der Geburt getrennt wurden und die dann tanzen und singen.


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