Autorenarchiv

Schwanzlose Hunde

Sonntag, 15. August 2010

Ein Hund ist ein Hund ist ein Hund. In Afghanistan bewachen zugelaufene Hunde US-Camps, in den USA sind sie oft Schoßhunde eitler Promi-Girls, in Berlin aber werden sie hergerichtet: in Hundesalons schön gemacht, bis sie zu Wachs erstarren. Ein Hundeleben eben. Wie heißt es so schön in einem albanischen Sprichwort: Ein schwanzloser Hund kann nicht zeigen, dass er sich freut.

AUTOFAHRER-Traumata

Samstag, 20. Februar 2010

1.) Maserati-Fahrer

2.) Autos mit witzigen Aufklebern wie “Ich bremse auch für Männer”

3.) Leute, die dem Krankenwagen direkt folgen

4.) Zehn-Zentimeter-Abstand und Lichthupe

5.) Leute, die auf der Busspur überholen müssen

Rotwein hilf!

Dienstag, 03. November 2009

Die Schweinegrippe epidemiert. Ja, selbst die normale Grippe hat uns fest im Griff. Wer sich am Arbeitsplatz umschaut, sieht überall leere Stühle. Krankmeldungen über Krankmeldungen verschrecken die Bürochefs. Da macht uns eine Meldung aus dem Weingau Rheinland-Pfalz wieder Hoffnung: In 100.000 Flaschen argentinischen Rotweins der Marke “Villa Atuel 2008 San Rafael, Syrah Merlot, Argentina” wurden jetzt Antibiotika entdeckt. Es handelt sich offenbar um die Substanz Natamycin, gegen die kein Pilz gewachsen ist. Eine sensationelle Entdeckung. Können wir etwa künftig mit Rotwein heilen?, dürfte sich auch das für Grippeepidemien zuständige Berliner Robert-Koch-Institut fragen. Jedenfalls haben Forscher herausgefunden, dass keine Gesundheitsgefahr von dem Wein ausgeht. Dafür ist aber auch die heilende Wirkung durch den Alkohol etwas gemindert. Wir meinen trotzdem: Dieser Wein muss auf den Krankentisch!

Bildungs-Krise! Gelöst!

Mittwoch, 09. September 2009

Die Misere des deutschen Bildungswesens ist offenbar unabwendbar. Nur diie Türkei, Slowakei, Spanien und Irland geben weniger für Bildung aus. Das ist ein niederschmetterndes Zeugnis politischer Handlungsunfähigkeit. Anstatt Sprüche zu klopfen und immer mehr Geld für Kitas, Schulen und Universitäten zu versprechen, sollten die Länder endlich handeln. In Berlin gehen einige Schulen schon selbst mit innovativen Ideen voran. Einen Beweis lieferte eine Bildungseinrichtung in Tiergarten bei der Einschulung am Sonnabend.

Das gängige ABC ist out - und wird teilweise durch neue Buchstaben des Alphabets ersetzt. Motto: Wenn die Politik nicht zu Potte kommt, machen wir unsere Veränderungen selbst. Ob das umgedrehte C sich allerdings durchsetzen kann, wird der nächste Bildungsgipfel zeigen.

Das erste Zwitschern

Mittwoch, 29. Juli 2009

Überflüssig, propagandistisch, gefährlich - so wird Twitter von seinen Kritikern gesehen. In der Tat ist vieles, was sich dort findet, einfach unnötig und belanglos. Allerdings saß ich während der Tour de France doch recht gebannt vor den Beiträgen von Lance Armstrong und Levi Leipheimer, die die jeweiligen Etappen kommentierten. Dabei hat diese Form der einseitigen Kommunikation, vor allem wenn man sich kritischen Fragen ansonsten verweigert, schon die Form von AgitProp.

Verrückt sind die Einträge von Else Buschheuer und Comedian Michael Kessler, die aber immerhin leidenschaftlich am Zwitschern festhalten und offenbar gar nicht mehr aufhören können. Von unserer politischen Elite twittern ja nur wenige, der Rest ist Fake: Müntefering, Pofalla, Gysi. Spaßvögel verbergen sich dahinter. Der größte Komiker allerdings verbirgt sich hinter dem Namen Lothar Matthäus. So schlicht ist nicht einmal der wahre Lothar. Oder doch?!

Eine Frage des Selbstbewusstseins

Freitag, 10. Juli 2009

Das deutsch-amerikanische Verhältnis hat schwer gelitten. Der Irak-Krieg des US-Präsidenten George W. Bush war ein tiefer Einschnitt. Und auch jetzt unter dem neuen Präsidenten sieht es nicht wirklich nach einem Neuanfang aus, wenn sich die Amerikaner eher dem Stil des französischen Präsidenten und seiner Gattin Carla Bruni annähern. Da ist es gut, wenn wir wenigstens in einigen Wirtschaftszweigen den “deutsch-amerikanischen Styl” noch immer hochhalten. Stil ist ja immer auch eine Frage des Selbstbewusstseins. Neue Kleider, neue Hosen, neue Anzüge, neue Nägel. Wenn unser Verhältnis zu Amerika verbessert werden soll, darf uns eine solche Anschaffung nicht zu schade sein.

Alle waren Stasi

Freitag, 22. Mai 2009

Soso, nun war also auch noch der Polizist, der Benno Ohnesorg erschoß, in der Stasi. Die Geschichte der Studentenbewegung muss umgeschrieben werden. Und nicht nur die. Was ist mit dem neuerlichen möglichen Abstieg von Borussia Mönchengladbach aus der Fußball-Bundesliga? Da hat doch die Stasi ihre Hände im Spiel. Oder was ist mit dem Ölpreis, der gerade dafür sorgt, dass wir uns beim Benzin dumm und dusslig bezahlen? Was mit Horst Köhler, der wohl wieder Bundespräsident wird. Und was vor allem war mit Winnie Schäfer, der Berlins Lieblings-Fußballverein Tennis Borussia fast in den Ruin trieb. Alles: Stasi Stasi Stasi. Endlich gibt es eine Erklärung für die Grausamkeiten des Lebens.

Fasten ist nicht schön, aber “in” - und nach 40 Tagen endlich am Ende

Donnerstag, 09. April 2009

Die Fastenzeit ist eine schlimme Zeit. 40 Tage darben. Verzicht auf Alkohol, Schokolade, Geschlechtsverkehr oder Zigaretten. Das kann an die seelische Substanz gehen, denn wer fastet, der leidet. Dass das Fasten aber auch körperliche Schädigungen hervorrufen kann, gilt bei den Muslimen lange schon als ausgemacht. Wer das Gefühl hat, seine Krankheiten würden sich verschlimmern, der darf das Fasten brechen. Im Koran heißt es dazu: „Gott verlangt von keiner Seele mehr, als sie ertragen kann.“

Diese weise Regel ist in der Bibel nicht bekannt. Im Gegenteil: Die Christen haben in den vergangenen Jahren das Fasten als moderne Entschlackungskur von den Verwöhnungen des Alltags neu erfunden. Diese bewusste Einschränkung soll in erster Linie eine Schulung des Geistes bewirken. Früher wurde das verlacht. Heute ist das Fasten “in”!

Nun neigen sich die 40 Tage asketischen Daseins dem Ende zu. Morgen ist Karfreitag, ab 0 Uhr darf der Körper wieder geschädigt werden. Einige sehnten diesem Moment mit feuchtem Mund entgegen. Selten waren die Fastenden in unserem Umfeld so oft krank wie jetzt. Die Blinden werden also wieder zu Sehenden. Die Verschnupften zu normalen Menschen.  Wodka, Sex und Brötchen - wohl bekomms!

Übrigens: Ganz so vernünftig geht es bei den Moslems nun doch nicht zu. Während des Ramadans, wo nur nachts gegessen werden darf, das beweisen Studien, steigt der Konsum um ein erhebliches gegenüber den Zeiten außerhalb der Fastenzeit.

FEIERTAGE-Traumata

Freitag, 13. März 2009

1.) Karneval, Rosenmontag, Fasching - das war noch nie lustig

2.) Muttertag - wegen des Erwartungsdrucks

3.) Christi Himmelfahrt - was ist das eigentlich?

Fliegende Bierflasche

Mittwoch, 04. März 2009

Die fliegende Bierflasche hat das spanische Festland erreicht. Auf ihrem Flug über Europa hat sie in Andalusien stopp gemacht, wo, wie hier, Warnzeichen vor dem Flugobjekten am Strand hängen. Fliegende Bierflaschen haben eine lange Tradition. Betrunkene haben früher ihre Flaschen gegen Sachobjekte geworfen, um ihrem Frust Ausdruck zu geben. Zum Beispiel gegen Häuserwände - auch gegen die des Vermieters. Neuerdings richten sich Flaschenwürfe allerdings meist auf bewegliche Ziele. Erst vor kurzem sind im hessischen Korbach Pferde auf einer Koppel mit Bierflaschen beworfen worden. Seit einiger Zeit hat es sich vor allem am Mauerpark in Mitte zu einem Ritual entwickelt, die Walpurgisnacht mit fliegenden Bierflaschen gegen Polizeibeamte zu begehen. All dies kann eines nicht verdecken: Fliegende Bierflasche hin oder her - von allein fliegend ist sie bisher noch nicht gesichtet worden.


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