Archiv für die Kategorie ‘Aufgedeckt’

Die Krise ist da und ihre Lösung dort

Sonntag, 07. Juni 2009

Sonntags, Innsbrucker Platz. Kein Ort von dem man vermuten kann, dass sich genau hier die Krise abspielt und die Lösung so tief liegt.

Wo sind die Konsumenten, die so dringend gebraucht werden um Karstadt, Porsche und Opel zu retten? Sie sind HIER!

Unglaubliche Szenen spielen sich bei L* ab: Rentner und Arbeitslose rotten sich am Sonntag auf, um einen Laden zu plündern. Dieser befindet sich unterirdisch, versteckt und so sicher wie ein Atombunker. Im Laden herrscht Chaos. Neonlicht, subtropische Temperaturen - der Laden ist um 12:20 MEZ definitiv überfüllt. Dem Eindruck nach fallen die Konsumenten in 2 (und eine Teil-)Gruppen, die gegensätzlicher nicht sein können:

Gruppe 1: junge, internationale Kampfkäufer, die auf pure Menge aus sind. Unter 2X6X1,5 Liter Trägern mit Noname-Cola verlässt keine Achtjährige den Laden.

Gruppe 2: ältere, einheimische Kampftrinker, die auf Alkohol mit lustigen Farben aus sind. Unter 2 Flaschen “blue currazione” oder “violett spirit” verlässt kein 72 jähriger den Laden.

Dazwischen eine Zwischengruppe, schwer zuzuordnen. Heute eindeutig ein übergewichtiger Wars & Warriors-Spieler auf Entzug. Adäquat dem virtuellen Treiben daheim in der Dunkelkammer, bietet ihm der Laden alles, was im Spiel so real daherkommt. In seinem Tragekarton (Einkaufswagen sind alle im Betrieb): eine Sorte Chips (7 Packungen) und eine Sorte Schoko (ca. 24 Tafeln). Seine Ration für eine Stunde.

Der erleuchtete Beobachter versteht nun den Kern der Wirtschaftskrise.

Der Konsument sucht den Schutz eines unterirdischen Bunkers, um seinen Konsumrausch beinahe unbemerkt ausleben zu können. Hier noch Filialen von Karstadt oder Porsche - es gäbe die Krise nicht mehr! Denn die Lösung der Krise ist ganz einfach - alle Konsumtempel in die Tiefe legen und den dann oben gewonnenen Platz (Rückbau aller Kaufhäuser und Shopping Malls) für Parkplätze nutzen. Außerdem konsequent nur noch sonntags öffnen. Die so erzeugte unterirdische Kaufatmosphäre wird zu sehr schnellen Kaufentscheidungen aller Konsumenten führen - das Geld sitzt in solchem Chaos schon aus reinem Überlebenstrieb sehr locker.

Alle waren Stasi

Freitag, 22. Mai 2009

Soso, nun war also auch noch der Polizist, der Benno Ohnesorg erschoß, in der Stasi. Die Geschichte der Studentenbewegung muss umgeschrieben werden. Und nicht nur die. Was ist mit dem neuerlichen möglichen Abstieg von Borussia Mönchengladbach aus der Fußball-Bundesliga? Da hat doch die Stasi ihre Hände im Spiel. Oder was ist mit dem Ölpreis, der gerade dafür sorgt, dass wir uns beim Benzin dumm und dusslig bezahlen? Was mit Horst Köhler, der wohl wieder Bundespräsident wird. Und was vor allem war mit Winnie Schäfer, der Berlins Lieblings-Fußballverein Tennis Borussia fast in den Ruin trieb. Alles: Stasi Stasi Stasi. Endlich gibt es eine Erklärung für die Grausamkeiten des Lebens.

Eurovision Song Contest 2012 in Tiflis

Samstag, 16. Mai 2009

Endlich - Deutschland siegt souverän im Song Contest mit dem Duo Hoppi und Poppi vor starken Konkurrenten aus Belgien und Albanien!

Der Song Contest in Tiflis war zwar von einem Nato-Manöver akkustisch zeitweise gestört, aber letztendlich konnten die tieffliegenden Jets nichts gegen den satten Sound von Hoppi und Poppi ausrichten.

Mit dem Lied “Hoppeldipoppel” gelang es - nach dem legendären Erfolg von “Ein bißchen Frieden” von Nicole - der deutschen Band “Hoppi und Poppi”, mit ihrem klaren Televoting-Sieg Europa und den Rest der Welt von der schlichten Eleganz der deutschen Leidkultur zu überzeugen.

Hier Hoppi und Poppi bei ihrem Auftritt in Tiflis - trotz Nato-Manöver im Glückstaumel für Germany - wie schön für unser nationales Ego!

Frühlingsgefühle

Freitag, 24. April 2009
fruhlingsgefuehle-bluehen-auf

fruhlingsgefuehle-bluehen-auf

Was für ein Frühling! Alles blüht, die Sonne lacht, die Röcke werden kurz, die Augen groß und die Herzen weit. Amor bestückt seinen Köcher, Pheromone tränken die Luft mit ihrem verheissungsvollen Äther. Und einige Jungs (und Mädels) packen jetzt wieder den ganz großen Bagger aus.

love is all around

love is all around

Jetzt ist die Zeit in der alle 27 Sinne (danke, Kurt Schwitters) auf vollen Touren laufen. Die Menschen treibt es vor die Tür, ins Grüne und mitten hinein ins Balzverhalten.

Wohin man auch schaut, es gibt nur ein Thema.

Wirklich nur ein Thema.

Flirten, angraben, anbaggern. Das ist das große Spiel. Doch manchmal wird es auch übertrieben. Schockierende Bilder aus dem letzten Jahr belegen, wie das wilde Anbaggern wirklich tiefe Furchen in Berlins Mitte hinterlassen hat.

Der Beweis:

Aussterbende Arten

Sonntag, 12. April 2009

Enten sind akut vom Aussterben bedroht!

Der BILD-Beweis:

Entenweibchen hat …

… keine Lust auf Erpel….

Die Folgen werden fatal sein. Keine Entenfütterung mehr, kein fröhliches Geschnatter, keine Entenjagd.

Auch die Deutschen sterben übrigens aus, Brandenburg macht den Anfang…

Fasten ist nicht schön, aber “in” - und nach 40 Tagen endlich am Ende

Donnerstag, 09. April 2009

Die Fastenzeit ist eine schlimme Zeit. 40 Tage darben. Verzicht auf Alkohol, Schokolade, Geschlechtsverkehr oder Zigaretten. Das kann an die seelische Substanz gehen, denn wer fastet, der leidet. Dass das Fasten aber auch körperliche Schädigungen hervorrufen kann, gilt bei den Muslimen lange schon als ausgemacht. Wer das Gefühl hat, seine Krankheiten würden sich verschlimmern, der darf das Fasten brechen. Im Koran heißt es dazu: „Gott verlangt von keiner Seele mehr, als sie ertragen kann.“

Diese weise Regel ist in der Bibel nicht bekannt. Im Gegenteil: Die Christen haben in den vergangenen Jahren das Fasten als moderne Entschlackungskur von den Verwöhnungen des Alltags neu erfunden. Diese bewusste Einschränkung soll in erster Linie eine Schulung des Geistes bewirken. Früher wurde das verlacht. Heute ist das Fasten “in”!

Nun neigen sich die 40 Tage asketischen Daseins dem Ende zu. Morgen ist Karfreitag, ab 0 Uhr darf der Körper wieder geschädigt werden. Einige sehnten diesem Moment mit feuchtem Mund entgegen. Selten waren die Fastenden in unserem Umfeld so oft krank wie jetzt. Die Blinden werden also wieder zu Sehenden. Die Verschnupften zu normalen Menschen.  Wodka, Sex und Brötchen - wohl bekomms!

Übrigens: Ganz so vernünftig geht es bei den Moslems nun doch nicht zu. Während des Ramadans, wo nur nachts gegessen werden darf, das beweisen Studien, steigt der Konsum um ein erhebliches gegenüber den Zeiten außerhalb der Fastenzeit.

Sansibar - die ganze Wahrheit

Samstag, 31. Januar 2009
Sansibar, der Grenzstein

Sansibar, der Grenzstein

Sansibar, dieser Name verheisst das Paradies auf Erden! Spätestens seit Alfred Anderschs “Sansibar oder der letzte Grund” steht Sansibar für einen utopischen Ort mit einer besseren Zukunft. Beim Wort Sansibar allein trägt einen die Sehnsucht fort in die blaue Ferne, wie von Hans Albers besungen. Und Achim Reichel sang entrückt “Hab die ganze Welt gesehn von Singapur bis Aberdeen, wenn du mich fragst wo’s am schönsten war, sag ich Sansibar.” Unter Kokospalmen an endlosen Stränden von mokkabraunen Schönheiten mit den nötigen Mixgetränken versorgt zu werden und dabei nur das Plätschern des indischen Ozeans zu hören. Wunderbar!

Soviel zur Dichtung, doch wie ist es wirklich, das Sansibar unserer Tage? Sonntags keine Brötchen hat weder Kosten noch Mühen gescheut und ist einfach mal hingefahren.

Nach einer umfangreichen, vierminütigen Internetrecherche lagen die wichtigsten Fakten vor: Sansibar ist eine Inselgruppe an der Ostküste Afrikas. Das Klima ist maritim, im Dezember und Januar wird es am wärmsten, die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei 26,5 °C. Das Kulturgebiet ist tropisch. Die Sansibari bestehen aus Afrikanern, Indern, Persern und Arabern.

Anreise
Die Reisezeit lag fest, es würde Dezember werden, bei denkbar ungünstigen, weil besonders heissen Temperaturen. Nachdem Schiffsreisen durch die Piraterie am Golf von Aden und vor Somalia sich als zu gefährlich erwiesen und Flugreisen bei Preisen von 800 Euro knapp über dem SKB-Reisejahresbudget lagen, war Kreativität und Mut zur (Anreise-)Kürze geboten. Schliesslich spielte uns der Zufall den Busfahrplan der Nordseeinsel Sylt in die Hände. Und da stand schwarz auf weiss, dass man von Westerland mit der Linie 2 kurz hinter Rantum und nach einem kleinen Schlenker über Samoa das Paradies Sansibar erreichen kann. Der Reisepreis von 2 Euro wurde gerade noch vom SKB-Reisebudget gedeckt und schon ging es los …

Gastliches Sansibar

Gastliches Sansibar

Erste Entdeckungen
Schon direkt nach dem Ausstieg aus dem Bus erwies sich die vom Reiseautor gewählte Kleidung (kurzärmliges Hawaihemd, Shorts, Adiletten) als nicht ganz optimal. Bei frostigen 2 Grad Celsius und stürmischem Westwind zeigte Sansibar eine überraschend arktische Witterung. Doch nicht nur das Klima wurde in der eingängigen Reiseliteratur völlig falsch beschrieben. Auch die Einwohner der Insel waren keineswegs so multikulturell geprägt, wie uns die Literatur glauben machen will. Die einzigen Menschen von dunkler Hautfarbe waren zwei Solariumbetreiber aus Delmenhorst und das arabischste an Sansibar war ein Zwergpudel namens Ali, der auf dem Schoss einer Düsseldorfer Boutiquenbesitzerin drapiert wurde.

Starke deutsche Präsenz
Unübersehrbar ist der Einfluss deutscher Firmen auf der Insel. Den Grenzstein ziert eine bekannte, deutsche Brauerei. Neben der Staatsflagge weht gleich die Fahne eines grossen, deutschen Autoherstellers und auch die meisten Speisen in der Restaurants könnten genauso gut in Hamburg oder Karlsruhe aufgetischt werden.

Sansibaris Fortbewegungsmittel

Sansibaris Fortbewegungsmittel

Ureinwohner
Jeder männliche Sansibari legt sich im letzten Lebensdrittel metallene, fahrbare Panzer zu, die in ihrer monströsen Präsenz dem Weibchen imponieren und den Anschein von Sicherheit und Souveränität vermitteln sollen. Die Weibchen tragen ihren Pelz gut gepflegt und verströmen einen leicht süsslich-blümeranten Duft, mit dem sie ihrerseits besonders potente Männchen anlocken.

Fazit
Wenn Sie glauben, Sie kennen Sansibar, lassen Sie sich sagen: Sie kennen es nicht. Sansibar ist anders. Und glauben Sie keinesfalls, was Reiseführer schreiben. Glauben Sie Sonntags keine Brötchen. Hier finden Sie die ganze Wahrheit!

Geheime Innovationen

Dienstag, 27. Januar 2009

Wege aus der Wirtschaftskrise weisen uns heute bahnbrechende Erfindungen, die eine schier unersättliche Nachfrage auslösen und damit die Konsumflaute wirkungsvoll mit frischem Wind versehen werden. Vergleichbar mit dem legendären iPhone steht nun offenbar eine weitere Innovation an, auf die die Menschheit lange gewartet hat - der Toaster mit eingebautem Eierkocher.

Diese vage Aufnahme gelang zufällig einem Wirtschaftsspion bei einer Betriebserkundung in der Redaktion einer Gratisbeilage. Deutlich erkennbar ist der am Toaster angebrachte Eierkocher. Genial!!! Davon träumt einfach jeder - in einem Gang toasten und Eier kochen. Warum ist man darauf schon nicht früher gekommen??? Zumal es ja sonntags keine Brötchen gibt und man daher den Toaster verwenden muss. 

Wann der kleine Freund zu kaufen sein wird - wir wissen es nicht. Aber wir sind bereit, dafür den letzten Spargroschen zu opfern!

Energiekrise

Samstag, 10. Januar 2009

Endlich - nachdem gestern die Sirius Star von Piraten freigegeben wurde, kann Frankreich in den nächsten Tagen wieder den Verkehr aufnehmen.

Dieser war komplett zum Erliegen gekommen, als Somalische Piraten den Mega-Tanker kaperten. Nach Zahlung eines Lösegeldes in Millionenhöhe nahm dieser gleich wieder seine Fahrt auf. Wann allerdings der Verkehr in Frankreich seinen Verkehr wieder aufnimmt, bleibt abzuwarten -der Tanker ist ja nicht der schnellste.

Dumm ist, dass nun auch noch die Russen den Gashahn zugedreht haben und bald nicht nur in Frankreich, sondern auch bei uns, die Heizpilze den Rauchern keinen warmen Unterschlupf mehr bieten werden.

Die Energiekrise wird also immer mehr zu einem Problem für die Laster aller Art - auf der Straße in Frankreich (warten wir, bis zur nächsten Kaperung!), wie in den Lungen von lastergeplagten Rauchern unter kalten Heizpilzen.

Dem Fluch trotzen. Esst Nutella!

Mittwoch, 24. Dezember 2008
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Kennt Ihr den Nutella-Fluch? Er geht so: Wer für den Brotaufstrich in einem Sport wirbt, steigt vom Fußball-Olymp ins Dilettanten-Nirvana ab. So ist es Benny Lauth, Andreas Hinkel, Tim Borowski, Marcell Jansen und Kevin Kuranyi ergangen. Nur einer konnte dem Fluch bisher trotzen, Herthas Arne Friedrich.

Nun wissen wir nicht so genau, wie er das gemacht hat - zumal andere Fußballer im ablaufenden Jahr auch ohne Nutella seltsame Tiefs durchmachten, denken wir nur an Lukas Podolski, Christoph Metzelder, Diego oder Luca Toni! Wir empfehlen: Trotzt dem Fluch! Esst Nutella! Esst Gänse! Macht Werbespots! Denn nur eins bleibt wahr: Wer vor dem Essen/Spot nachdenkt, trifft nicht mehr!


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