Archiv für die Kategorie ‘Brotlose Kunst’
Dreisatz macht Sinn
Montag, 24. August 2009amok ist koma von rechts.
sknil wird links von rechts,
rechts und links egal bei otto.
Das erste Zwitschern
Mittwoch, 29. Juli 2009Überflüssig, propagandistisch, gefährlich - so wird Twitter von seinen Kritikern gesehen. In der Tat ist vieles, was sich dort findet, einfach unnötig und belanglos. Allerdings saß ich während der Tour de France doch recht gebannt vor den Beiträgen von Lance Armstrong und Levi Leipheimer, die die jeweiligen Etappen kommentierten. Dabei hat diese Form der einseitigen Kommunikation, vor allem wenn man sich kritischen Fragen ansonsten verweigert, schon die Form von AgitProp.
Verrückt sind die Einträge von Else Buschheuer und Comedian Michael Kessler, die aber immerhin leidenschaftlich am Zwitschern festhalten und offenbar gar nicht mehr aufhören können. Von unserer politischen Elite twittern ja nur wenige, der Rest ist Fake: Müntefering, Pofalla, Gysi. Spaßvögel verbergen sich dahinter. Der größte Komiker allerdings verbirgt sich hinter dem Namen Lothar Matthäus. So schlicht ist nicht einmal der wahre Lothar. Oder doch?!
Eurovision Song Contest 2012 in Tiflis
Samstag, 16. Mai 2009Endlich - Deutschland siegt souverän im Song Contest mit dem Duo Hoppi und Poppi vor starken Konkurrenten aus Belgien und Albanien!
Der Song Contest in Tiflis war zwar von einem Nato-Manöver akkustisch zeitweise gestört, aber letztendlich konnten die tieffliegenden Jets nichts gegen den satten Sound von Hoppi und Poppi ausrichten.
Mit dem Lied “Hoppeldipoppel” gelang es - nach dem legendären Erfolg von “Ein bißchen Frieden” von Nicole - der deutschen Band “Hoppi und Poppi”, mit ihrem klaren Televoting-Sieg Europa und den Rest der Welt von der schlichten Eleganz der deutschen Leidkultur zu überzeugen.
Hier Hoppi und Poppi bei ihrem Auftritt in Tiflis - trotz Nato-Manöver im Glückstaumel für Germany - wie schön für unser nationales Ego!
Sitzen und Schreiben
Freitag, 09. Januar 2009Dunkel draußen.
Kalt auch.
Was mach ich jetzt?
Weitersitzen und Weiterschreiben?
Schreibt man eigentlich besser im Sitzen?
Wahrscheinlich.
Im stehen, das wär ja blöd.
Also im sitzen, ganz klassisch.
Aber was schreib ich?
Nur so übers Schreiben im Sitzen?
Oder übers Schreiben als Solches und im Allgemeinen?
Fällt mir nix zu ein, sollte mich vielleicht hinstellen.
Im Stehen denkt es sich einfach besser.
Nachdenken im Stehen, schreiben im Sitzen.
Das ist die perfekte Mischung.
Also stell ich mich hin und denke drüber nach, was ich dann im Sitzen schreiben könnte.
Erstmal Pause machen.
Pause vom Nachdenken.
Und hinsetzen.
Muss ich dann gleich anfangen, drüber zu schreiben?
Aber mir ist ja noch gar nix eingefallen.
Ich sitz ja nicht zum Schreiben, sondern nur, weil ich Pause vom Denken mache.
Ich denke, wenn ich nicht denke, darf ich auch einfach mal so sitzen, ohne zu schreiben.
Schön.
Entspannt.
Immer noch kalt draußen.
Und dunkel.
Ich mach mal Feierabend.
Im sitzen.
Morgen stehen wir weiter.
Und dann sehen wir weiter.
Sitzend.
Sorum wird ein Schuh daraus (Hohe Schuhe der Diplomatie)
Samstag, 20. Dezember 2008
Herr Reid in London aufgewachsen, hatte ne Bombe an den Haxen,
beim Übersee-Flug nach nirgendwo. Erwies sich bald als Griff ins Klo
denn jetzt sitzt Reid in Guantanamo.
Das ist auf Kuba müsst Ihr wissen. Da ist schonmal ein Strick gerissen.
Es war in eisiger Krisenzeit. Da drückte der Schuh im heissen Streit.
Und Nikita schlug ihn wie verrückt. Auf Tisch mit grünem Samt bestückt.
Viel später dann im Morgenland, ein Präsident zu sprechen anstand,
der hatte gerade erst angehoben, was man ihm hätt in die Schuhe geschoben.
Ein bärtiger Mann aus dem Zweistromland die Rede wohl unausstehlich fand.
Sie zog ihm glatt die Schuhe aus. War ja auch grad Nikolaus.
George Walker muss sich heftig ducken. Das wird die Presse kräftig drucken.
Sorum wird ein Schuh daraus.
Schreibpause
Sonntag, 09. November 2008Es gibt Momente, da herrscht Schreibpause. Da denken alle nach und fragen sich, was sie bloß schreiben sollen. Ich habe auch eine Schreibpause eingelegt und schreibe nun mal darüber:
Die Schreibpause ist also jetzt gerade vorbei für mich. Also kann ich jetzt auch nicht mehr über die Schreibpause schreiben. Darüber denke ich mal nach und mache erstmal eine Schreibpause. Gar nicht so einfach, da raus zu kommen…
Geträumte Gespräche mit imaginären Freunden
Donnerstag, 16. Oktober 2008#2 X-Berg, zu Fuß auf der O-straße zwischen Adalbert und O-Platz
C: Was war das denn?
D: Wie, was soll denn gewesen sein?
C: Du hast doch genickt, als die beiden vorbeigelaufen sind. Kennst Du die etwa?
D: Nö. Das macht man so in unserem kleinen, familiären Kreuzberg.
C: Das waren aber die ersten, denen Du zugenickt hattest seit dem Madonna. Und es waren die ersten Schwarzen, die wir trafen!
D: Na und?
C: Ich sag Dir, was Du bist: Du bist ein Schwarzennicker!
D: Schön, dass man sieht dass ich ein wenig trainiert habe, aber wie Arnold sehe ich nun doch nicht aus.
C: Du weisst genau, was ich meine: Du grüßt die Brüder, damit die nicht denken Du bist rassistisch?! Du bist tolerant und offen und total pc! Haste irgendwie nen schlechtes Gewissen oder was?
D: OK, gebe zu, ich will den brothers damit demonstrieren: Niggas, you welcome … resssspect! was ist falsch daran? Und ich gehe noch weiter: ich bin auch ein Behindertenlächler! Wann immer jemand im Rollstuhl oder auf Krücken auf mich zukommt, gebe ich ein aufmunterndes Lächeln rüber. Nach dem Motto: alles wird gut! Was ist daran schlimm?
C: Vater Theresa hier, lass das mal nich die Jungs hören!
D: Das Gequatsche macht mich echt hungrig, lass uns schnell zum Koreaner, habe Bock auf Cockerspaniel! Getränke gehn auf mich!
gleichzeitig X-Berg, zu Fuß auf der O-straße zwischen O-Platz und Adalbert
M: Why did you do that?
L: Did what?
M: You greeted that fat fuck, bro! Didn`t look like kin to me? You know him?
L: Naa, I just felt that poor old dude needed a heads up, you know.
M: He needs some serious exercise man, thats what he needs. Whaling motherfucker!
L: Come on, my mom and most cuzes are all obese and shit. It`s tough, you know? So be a little tolerant, man!
M: Tolerant, my ass. But I`m getting thirsty. Let’s grab a sixpack - you pay!
L: Yeah, I hear ya. No good deed goes unfucked or whatever …
Dieser Traum wurde inspiriert durch: Curb your enthusiasm! (thx to Larry David)
Geträumte Gespräche mit imaginären Freunden
Montag, 29. September 2008# 2 An der Theke zu Zweit
A: Äh.
F: Was, äh?
A: Äh, nix.
F: Gut.
A: Wie, gut?
F: Na, gut, dass nix is.
A: Warum gut, dass nix is?
F: Du sagtest doch, dass nix sei, als ich dich nach deinem ursprünglichen „äh“ fragte, was denn sei.
A: Warum soll denn das gut sein, dass ich sagte, dass nix is, wenn du mich fragtest, was denn sei, nachdem ich „äh“ sagte. Kann ja auch sein, dass ich mit dem „äh“ eine tief greifende Äußerung voller Weltschmerz in einen seufzenden Ausdruck kleiden wollte, der näher zu beschreiben mir mit Worten nicht möglich war. Heißt also nicht, dass etwa nix is, sondern ist nur der Beweis, dass es halt Dinge gibt, für die man nicht viele Worte machen muss und die der Andere doch zwischen den Zeilen lesend verstehen kann – ganz ohne viele Worte halt.
F: Ah.
A: Was ah.
F: Nix.
A: Gut.
GETRÄUMTE GESPRÄCHE MIT IMAGINÄREN FREUNDEN.
Freitag, 26. September 2008#1 In der Eckkneipe, kleine Runde
O: Gebraucht werden, ich glaube das ist mir wirklich wichtig!
R: Du meinst das so im Sinne von “wenn ich gebraucht werde, werde ich auch wahrgenommen und kann mich selbst spüren, das gibt mir einen Grund für mein Hiersein“, sowas in der Art?
O: Ja, genau. So hat doch alles einen Sinn. Was soll die ganze Schose denn sonst?
C: Schaut hier, mein Taschentuch ist auch ziemlich gebraucht, aber hat es das auch gewollt? Empfindet es sich jetzt als sinnvoll oder doch nur vollgerotzt? Schwere Frage!
R: Mal im Ernst, gebraucht werden ist doch auch nur ein anderes Wort für benutzt werden. Klar, man wird dadurch der Teil eines Ganzen. Aber der Schritt zum ausgenutzt werden ist klitzeklein.
O: Reine Semantik, mir doch wurst mit welcher Intention jemand etwas von mir möchte. Ich gebe gern, egal ob Du das Ausnutzen oder Brauchen nennst.
C: Also eins ist zumindest klar, Du siehst jedenfalls schon ziemlich gebraucht aus!
O: Na, da dank ich aber.
Alle: Die Dame, bitte noch ne Runde für die Ecke hier!
Dieser Traum wurde gesponsered von: Bier vor vier





