Archiv für die Kategorie ‘Brotlose Kunst’

Geträumte Gespräche mit imaginären Freunden

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Träum schön

#2 X-Berg, zu Fuß auf der O-straße zwischen Adalbert und O-Platz

C: Was war das denn?

D: Wie, was soll denn gewesen sein?

C: Du hast doch genickt, als die beiden vorbeigelaufen sind. Kennst Du die etwa?

D: Nö. Das macht man so in unserem kleinen, familiären Kreuzberg.

C: Das waren aber die ersten, denen Du zugenickt hattest seit dem Madonna. Und es waren die ersten Schwarzen, die wir trafen!

D: Na und?

C: Ich sag Dir, was Du bist: Du bist ein Schwarzennicker!

D: Schön, dass man sieht dass ich ein wenig trainiert habe, aber wie Arnold sehe ich nun doch nicht aus.

C: Du weisst genau, was ich meine: Du grüßt die Brüder, damit die nicht denken Du bist rassistisch?! Du bist tolerant und offen und total pc! Haste irgendwie nen schlechtes Gewissen oder was?

D: OK, gebe zu, ich will den brothers damit demonstrieren: Niggas, you welcome … resssspect! was ist falsch daran? Und ich gehe noch weiter: ich bin auch ein Behindertenlächler! Wann immer jemand im Rollstuhl oder auf Krücken auf mich zukommt, gebe ich ein aufmunterndes Lächeln rüber. Nach dem Motto: alles wird gut! Was ist daran schlimm?

C: Vater Theresa hier, lass das mal nich die Jungs hören!

D: Das Gequatsche macht mich echt hungrig, lass uns schnell zum Koreaner, habe Bock auf Cockerspaniel! Getränke gehn auf mich!

gleichzeitig X-Berg, zu Fuß auf der O-straße zwischen O-Platz und Adalbert

M: Why did you do that?

L: Did what?

M: You greeted that fat fuck, bro! Didn`t look like kin to me? You know him?

L: Naa, I just felt that poor old dude needed a heads up, you know.

M: He needs some serious exercise man, thats what he needs. Whaling motherfucker!

L: Come on, my mom and most cuzes are all obese and shit. It`s tough, you know? So be a little tolerant, man!

M: Tolerant, my ass. But I`m getting thirsty. Let’s grab a sixpack - you pay!

L: Yeah, I hear ya. No good deed goes unfucked or whatever …

Dieser Traum wurde inspiriert durch: Curb your enthusiasm! (thx to Larry David)

Geträumte Gespräche mit imaginären Freunden

Montag, 29. September 2008

# 2  An der Theke zu Zweit

 

A: Äh.

F: Was, äh?

A: Äh, nix.

F: Gut.

A: Wie, gut?

F: Na, gut, dass nix is.

A: Warum gut, dass nix is?

F: Du sagtest doch, dass nix sei, als ich dich nach deinem ursprünglichen „äh“ fragte, was denn sei.

A: Warum soll denn das gut sein, dass ich sagte, dass nix is, wenn du mich fragtest, was denn sei, nachdem ich „äh“ sagte. Kann ja auch sein, dass ich mit dem „äh“ eine tief greifende Äußerung voller Weltschmerz in einen seufzenden Ausdruck kleiden wollte, der näher zu beschreiben mir mit Worten nicht möglich war. Heißt also nicht, dass etwa nix is, sondern ist nur der Beweis, dass es halt Dinge gibt, für die man nicht viele Worte machen muss und die der Andere doch zwischen den Zeilen lesend verstehen kann – ganz ohne viele Worte halt.

F: Ah.

A: Was ah.

F: Nix.

A: Gut.

 

GETRÄUMTE GESPRÄCHE MIT IMAGINÄREN FREUNDEN.

Freitag, 26. September 2008

Träum schön

#1 In der Eckkneipe, kleine Runde

O: Gebraucht werden, ich glaube das ist mir wirklich wichtig!

R: Du meinst das so im Sinne von “wenn ich gebraucht werde, werde ich auch wahrgenommen und kann mich selbst spüren, das gibt mir einen Grund für mein Hiersein“, sowas in der Art?

O: Ja, genau. So hat doch alles einen Sinn. Was soll die ganze Schose denn sonst?

C: Schaut hier, mein Taschentuch ist auch ziemlich gebraucht, aber hat es das auch gewollt? Empfindet es sich jetzt als sinnvoll oder doch nur vollgerotzt? Schwere Frage!

R: Mal im Ernst, gebraucht werden ist doch auch nur ein anderes Wort für benutzt werden. Klar, man wird dadurch der Teil eines Ganzen. Aber der Schritt zum ausgenutzt werden ist klitzeklein.

O: Reine Semantik, mir doch wurst mit welcher Intention jemand etwas von mir möchte. Ich gebe gern, egal ob Du das Ausnutzen oder Brauchen nennst.

C: Also eins ist zumindest klar, Du siehst jedenfalls schon ziemlich gebraucht aus!

O: Na, da dank ich aber.

Alle: Die Dame, bitte noch ne Runde für die Ecke hier!

Dieser Traum wurde gesponsered von: Bier vor vier

Gebrauchslyrik

Donnerstag, 18. September 2008

ich kommentier mich selbst - selbstreflexiv.
kommentier, du tier.
alphatier, alphaville.
wer weiß schon, was ich will.
ich will alles. alles oder nichts.
nichts ist unmöglich.
bloß nie toyota fahren.
schwarzfahren.
schwarzmalen. malen nach zahlen.
wer kann das bezahlen, wer hat das bestellt.
bestellt und nicht abgeholt.
bestellhotline, o900er nummer, was kostet die welt.
weltschmerz, schmerztablette. da hilft kein aspirin.
nur der kopfschmerz bleibt.
mir platzt der kopf, kopflos, loslassen, losgehen. aber wohin.
ziellos, mutlos, kraftlos, rubbellos, dauerlos.
dauernd breit, breitbandkabel.
kabelanschluss, anschlussgebühr.
gebühr nicht bezahlt, leitung gesperrt.
pech gehabt. ab jetzt nur noch schwarzsehen.
auf wiedersehen.

 

zwei

Freitag, 06. Juni 2008

zwei
zwei ge
zwei ge danken
beim danken immer zwei
zwei nasen tanken super
zwei ge tanken wasser
wasser h zwei null
zwei punkt null
zwei


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