Archiv für die Kategorie ‘Krümel’

Eine Frage des Selbstbewusstseins

Freitag, 10. Juli 2009

Das deutsch-amerikanische Verhältnis hat schwer gelitten. Der Irak-Krieg des US-Präsidenten George W. Bush war ein tiefer Einschnitt. Und auch jetzt unter dem neuen Präsidenten sieht es nicht wirklich nach einem Neuanfang aus, wenn sich die Amerikaner eher dem Stil des französischen Präsidenten und seiner Gattin Carla Bruni annähern. Da ist es gut, wenn wir wenigstens in einigen Wirtschaftszweigen den “deutsch-amerikanischen Styl” noch immer hochhalten. Stil ist ja immer auch eine Frage des Selbstbewusstseins. Neue Kleider, neue Hosen, neue Anzüge, neue Nägel. Wenn unser Verhältnis zu Amerika verbessert werden soll, darf uns eine solche Anschaffung nicht zu schade sein.

Gefühlsstau

Donnerstag, 18. Juni 2009

 

 

Na, läuft´s nicht rund?

Ist der Wurm drin?

Mit dem falschen Fuß aufgestanden?

Wo ist der Haken?

Geht mal wieder alles schief?

Und jetzt stehen Sie so richtig unter Dampf?

Jetzt steigt der Druck im Kessel immer weiter an?

 

Tja, da hilft nur eines:

Einfach mal wieder so richtig Druck ablassen.

Alle Ventile öffnen.

Machen Sie sich so richtig frei.

Was raus muss, muss raus!

 

Druck ablassen – welche Fantasien gehen jetzt bei IHNEN ab?

Und was verbirgt sich hinter der freundlich wehenden Fahne?

Finden Sie es heraus – im Drucksalon!

 

 

 

Brandenburg stirbt aus

Montag, 09. März 2009
Kein Sex mit Nazis

Kein Sex in Rangsdorf

Zunächst einmal ein kurzes aber kräftiges Chapeau! für die Initiatoren der Kampagne “Kein Sex mit Nazis”. Sie wollen das Gute, sie wollen das Richtige. Und das ausgerechnet auf der braunen Scholle der Mark Brandenburg. Respekt!

Doch mal angenommen die holde, märkische Weiblichkeit hält sich an die Vorgabe. Kein Sex mit den Bräunlingen, also auch kein Nachwuchs in diesem ansonsten konstant steigenden Bevölkerungsteil. Brandenburg, das schon heute an den Rändern langsam hinwegsiecht, könnte zu einer öden, leeren Sandwüste verkommen.

Was meinen Sie? Gar nicht so schlimm? Ist doch heute auch schon sterbenslangweilig im Lande? Und immerhin wären wir die Neonazis in diesem Bundesland dann perspektivisch los?!

Jetzt, wo Sie’s sagen. Weitermachen (mit Aufhören)!

Fliegende Bierflasche

Mittwoch, 04. März 2009

Die fliegende Bierflasche hat das spanische Festland erreicht. Auf ihrem Flug über Europa hat sie in Andalusien stopp gemacht, wo, wie hier, Warnzeichen vor dem Flugobjekten am Strand hängen. Fliegende Bierflaschen haben eine lange Tradition. Betrunkene haben früher ihre Flaschen gegen Sachobjekte geworfen, um ihrem Frust Ausdruck zu geben. Zum Beispiel gegen Häuserwände - auch gegen die des Vermieters. Neuerdings richten sich Flaschenwürfe allerdings meist auf bewegliche Ziele. Erst vor kurzem sind im hessischen Korbach Pferde auf einer Koppel mit Bierflaschen beworfen worden. Seit einiger Zeit hat es sich vor allem am Mauerpark in Mitte zu einem Ritual entwickelt, die Walpurgisnacht mit fliegenden Bierflaschen gegen Polizeibeamte zu begehen. All dies kann eines nicht verdecken: Fliegende Bierflasche hin oder her - von allein fliegend ist sie bisher noch nicht gesichtet worden.

Alles wird gut!

Dienstag, 13. Januar 2009

Es gibt Hoffnung. Ein Berliner Stadtteilmagazin wirbt mit seinem neuesten Titel auch hoffnungsvoll: Alles wird gut! Gründe dafür gibt es genug. Im Gaza-Streifen kommen weniger Menschen um, als vermutet. Die Konjunkturkrise hat noch nicht alle Branchen erfasst. Und jetzt kommt auch noch die Nachricht, dass die Deutschen wieder spendenfreudig sind. Die Liebknecht-Luxemburg-Demonstration am vergangenen Sonntag erbrachte nämlich 1.993,77 Euro. Den Sozialisten sei Dank. Denn nicht nur das, es wurde noch mehr gesammelt. Die Demonstranten spendeten darüber hinaus 4,01 D-Mark, 200 israelische Schekel, 2 bulgarische Lew, 5 griechische Drachmen, 90 chinesische Yuan, 5 tschechische Kronen, 6 kroatische Kuna, 500 italienische Lira, 6,50 norwegische Øre sowie einen Bonus-Taler für die Apotheke Friedrichsfelde. Alles wird gut!

Worüber wir sprechen, wenn wir von Werten sprechen

Sonntag, 11. Januar 2009
werte

werte

Dann nehme ich meine qWERTz-Tastatur und … schreibe über Werte! Werte also, jeder führt sie ständig im Munde. Eine Wertedebatte reiht sich an die nächste. Vom Wertekodex über Werteverfall bis hin zu Wertberichtigungen spannt sich der Bogen der täglichen Befeuerung mit scheinbar offensichtlichen Wertmaßstäben. Aber wovon sprechen wir eigentlich wenn wir von Werten sprechen? Eine Annäherung.

Wie sind denn Ihre Werte heute so? Wo liegen denn die Bestwerte in Ihrem persönlichen Wertesystem? Auf welchem Grund stehen Ihre Grundwerte? Das können Sie nicht beantworten? Ach, Sie sind Christ? Auf welcher Bewertungsskala lassen sich eigentlich christliche Werte messen? Wieder nichts? Tja, schade eigentlich.

Wikipedia macht uns auch nicht schlauer: In der substantiellen Verwendung ist ein Wert etwas, von dem behauptet wird, dass es in bestimmter Weise und in einem bestimmten Grad zur äußeren oder inneren Existenzerhaltung eines Lebewesens beiträgt, wobei unter Lebewesen ganz allgemein ein System mit einem Überlebensproblem zu verstehen ist. Das soll ein Wert sein? Na prima. Immerhin wissen wir jetzt, das da erstmal ein Problem existieren muss, damit da auch ein Wert ist. Und was nun? Hat das Leben an sich jetzt einen Wert oder nicht? Und auch einen Mehrwert?

Oscar Wilde schrieb: Heutzutage kennen die Menschen von allem den Preis und von nichts den Wert. Stimmt irgendwie. Preise lassen sich bewerten, zuordnen und vegleichen. Aber Werte? Ist ein Wert einfach da oder muss man ihn künstlich herstellen? Gibt es überhaupt Werte ohne den Menschen? Den Wikipedianern scheint ein Lebeswesen auszureichen. Oder ist der Umgang mit Werten doch in Wahrheit menschenexklusiv?

Nur Menschen können zum Beispiel schöpferisch tätig werden (jaja, schon gut … “ER” kann das auch … aber kommen Sie mir jetzt nicht mit acrylmalenden Elefantendamen). Also nochmal, schöpferisch ist er, der Mensch. Und Wertschöpfung ist ein Vorgang, der neue Werte kreiert. Die sind zunächst neuwertig und leiden später dann unter Wertminderung. Wie ist das dann mit einem werthaltigen Fahrschein, der dann aber entwertet wird und doch dadurch erst wertvoll? Verwirrend das Ganze.

Da der Nutzwert dieses Artikels gerade kurz davor ist die äussersten Marginalien des Existenzberechtigungs-Grenzwertes entlangzuschrabben, bitte ich den geneigten Leser um eine milde Bewertung.

Gerettet!

Freitag, 02. Januar 2009

Nach diversen Schutzschirmen, die im Zuge der Wirtschaftskrise gespannt wurden, konnte größeres Unheil nun im Bezirk Schöneberg abgewendet werden. Das Bezirksamt hat gerade noch rechtzeitig einen Schutzschirm gespannt, der seine Bewohner nun sicher vor der Krise schützen wird. Im Unterschied zu den farblosen Schirmen ist dieser schön bunt geraten und trägt damit sehr zur Aufhellung des ansonsten häufig grauen Himmels bei.

Danke, lieber Bezirk!

Sonntags keine Brötchen eröffnet erste Offline-Filiale

Mittwoch, 31. Dezember 2008
Das macht Sonntags keine Broetchen am Montag

Das macht Sonntags keine Brötchen am Montag

Sonntags keine Brötchen verlässt erstmals das Internet um eine Realwelt-Dependence zu errichten. Montags kein Sushi startet zum Jahreswechsel auf der schönen Nordseeinsel Sylt. Das Branding des Brötchen Flagship-Stores am Rande des Promidorfes Kampen ist standortbedingt maritim geraten.

Katzenjammer

Sonntag, 28. Dezember 2008

Mir hängt das Gänseessen einmal im Jahr zum Hals raus!

Warum legt man mir nicht an jedem Tag eine Viertel Gans in mein Näpfchen?

Bestimmt hat das was mit der Rezession zu tun. Davon redeten meine Ur-, Ur-, Urgroßeltern ja immer. Im Jahr 1929 gab es angeblich keine Gans -unvorstellbar für eine moderne Wohlstandskatze (wie ich es bin). Na, da wird sich mein Herrchen ja für mich was einfallen lassen müssen.  Ansonsten wird mein Katzenjammer furchtbar sein!

Keine Keulen, eine ganze Gans - und die jeden Tag - das wünsche ich mir für 2009!

Antizyklische Kulinarien

Freitag, 12. Dezember 2008

Gänsebraten, Rotkohl, Klöße.

Das muss nicht sein – zumindest nicht immer.

Gehen Sie doch einmal ungewöhnliche Wege zum Fest.

Menuevorschläge der renommiertesten deutschen Küchenchefs lassen Gourmetherzen über die Feiertage höher schlagen.

Diese Woche:

Würzig gegrillter Schweinebauch im Wurstdesign an einer Ketchupkomposition von Tomaten, zärtlich umhüllt von krossem Weißmehlbrötchen. (Trocken, ehrlich, zäh.)

Dazu frisches handgezapftes Premiumpils im mundgeblasenen Krügerl. (Süffig.)

Sehr zum Wohl.

Und nächste Woche verraten wir Ihnen die politisch korrekte Alternative zum Schokoladenweihnachtsmann…


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