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Rasender Stillstand - unterwegs in der Hauptstadt der Herzen

Montag, 20. Juli 2009

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Willkommen in Berlin! Sie sind Tourist. Halt, nicht gleich entschuldigen. Das ist gar nicht so schlimm wie Sie denken. Der Berliner kann Sie zwar per se nicht leiden (denn SIE sind ja kein Berliner, soviel steht schon mal fest), doch will er nur Ihr Bestes - ja, genau: Ihr Geld will er. Also sind Sie hochwillkommen. Dummerweise geben Sie Ihr Geld ja nicht gleich einfach an die hilfsbedürftigen Ureinwohner ab, Sie möchten auch etwas dafür bekommen. Sie wollen die modernen Verkehrsmittel einer echten Metropole nutzen, um die unzweideutig reichhaltigen Sehenswürdigkeiten der teutschen Hauptstadt kennenzulernen. An sich eine gute Idee. Aber wie wollen Sie dahinkommen?

1. Möglichkeit - das Taxi
Das wird Ihnen gefallen, wenn Sie auf gut abgehangenes Soziologenseminarlatein der späten Siebzigerjahre stehen und Ihnen ansonsten der Geruchssinn durch einen schrecklichen Unfall geraubt wurde. Für alle anderen: nicht zu empfehlen.

2. Möglichkeit - das Mietrad
Das wird ihnen gefallen, wenn Sie ansonsten gerne mit dem Tretboot die Niagara-Wasserfälle runterfahren. Denn Sie sind eindeutig Gefahrensucher und Lieblingsopfer von Busfahrern, Trams und des natürlichen Rollfeindes aller Touri-Radler: des Berliner Radlers, der James Caan in Rollerball aussehen lässt wie Oma Käthe beim Begonienschneiden. Für alle anderen: nicht zu empfehlen.

3. Möglichkeit - der öffentliche Nahverkehr
Berlin hat ein dichtes U-Bahnnetz. Das ist auch gut so. Weniger gut für Touristen: in den Sommermonaten wird gebaut … und gebaut … und nochmehr gebaut. Natürlich fährt immer genau die U-Bahn die man gerade braucht genau ausgerechnet heute nicht. Es versteht sich, dass es keine Hinweisschilder in Fremdsprachen gibt, es sei denn man erkennt Hochdeutsch in Berlin richtigerweise als solche an (ja, zugegeben: es handelt sich “ein Stück weit” um eine Text-Bildschere, denn in dem obigen Bild gibt es einen englischen Passus. Is aber die ab so lu te Ausnahme. Schwöööre!).

Berlin hat eine fast flächendeckende S-Bahnversorgung. Wenn die S-Bahn denn fährt. Zurzeit steht sie mehr. Denn es fahren gerade mal 30% aller S-Bahnzüge im Moment. Das haben die Tommys und Yankees nicht mal im Krieg mit ihren Bomben geschafft. Respekt, deutsche Bahn.

Berlin hat viele Busse und Trams. Abgesehen davon, dass es sich für Menschen jenseits der Einmetersiebzig fährt, als wolle man unbedingt nochmal im Go-Cart des dreijährigen Sohnemanns Platz nehmen, sind diese Verkehrsmittel tatsächlich verfügbar und fahren … wenn Sie nicht stehen, denn natürlich wird gerade im Sommer an den perfekt gesetzten, neuralgischen Punkten gebaut, was die Asphaltschippe hergibt.

Am Ende ein kleiner Tipp: Versuchen Sie es doch einfach zu Fuss! Zugegeben, Berlin ist nicht Posemuckel. Aber die Stadt erlaufen lohnt sich wirklich. Dermassen entschleunigt lässt sich Berlin ohnehin am besten geniessen. Dieser Artikel ist ein Update zu: Ich bin raus!

Frühlingsgefühle

Freitag, 24. April 2009
fruhlingsgefuehle-bluehen-auf

fruhlingsgefuehle-bluehen-auf

Was für ein Frühling! Alles blüht, die Sonne lacht, die Röcke werden kurz, die Augen groß und die Herzen weit. Amor bestückt seinen Köcher, Pheromone tränken die Luft mit ihrem verheissungsvollen Äther. Und einige Jungs (und Mädels) packen jetzt wieder den ganz großen Bagger aus.

love is all around

love is all around

Jetzt ist die Zeit in der alle 27 Sinne (danke, Kurt Schwitters) auf vollen Touren laufen. Die Menschen treibt es vor die Tür, ins Grüne und mitten hinein ins Balzverhalten.

Wohin man auch schaut, es gibt nur ein Thema.

Wirklich nur ein Thema.

Flirten, angraben, anbaggern. Das ist das große Spiel. Doch manchmal wird es auch übertrieben. Schockierende Bilder aus dem letzten Jahr belegen, wie das wilde Anbaggern wirklich tiefe Furchen in Berlins Mitte hinterlassen hat.

Der Beweis:

Technologiegeschichte

Mittwoch, 01. Oktober 2008

Berlin. Herbst 2008.

Die Hauptstadt ist erneut der restlichen Welt einen Riesenschritt voraus und wie immer voll auf der Höhe der von ihr selbst definierten Zeitmarke.
Die neueste Attraktion für bildungshungrige Besucher: Der Technologie-Stadtspaziergang.
Ziel ist es, mit einer Art archäologischer Systematik die Überreste der Informationsgesellschaft zu erlaufen. Unter Leitung eines Nerds der ersten Stunde bekommt der Besucher einen tiefen Einblick in die Geschichte Berlins als Speerspitze der hochkomplexen Kommunikationsblabla Geschwafel etc.
Obiges Exponat steht beispielhaft für die Entwicklung der letzten 20 Jahre und nimmt in seiner visionären Umsetzung bereits vieles vorweg, was uns heute selbstverständlich erscheint.
Das Exponat fand sich noch vor nicht allzu langer Zeit an zahlreichen neuralgischen Punkten der Hauptstadt. Die Benutzung war ganz einfach und auch von zufällig vorbeikommenden Passanten ohne weiteres zu bewältigen. Nötig war nichts weiter als ein Lötkolben, ein Modemstecker und etwas Fingerfertigkeit. So konnte sich der begabte Nutzer durch das Zusammenlöten des Steckers mit obig zu erkennendem Breitbandkabel seine persönlichen, öffentlichen Internetzugang schaffen: Wired LAN.
Verblüffend einfach.

Ich bin raus!

Donnerstag, 04. September 2008

WHAAM, die “Wir Hassen ALLES Am Meisten”-Kolumne auf SKB!

Heute: “Ich bin raus!”

Es ist ohnehin selten ein Vergnügen, sich in Berlin von A nach B zu bewegen. Völlig unabhängig davon ob man mit dem PKW (Dauerstau, zu Zeiten Mompers schon eingerichtete Endlosbaustellen, Problemfahrer) oder mit dem Rad (Todeskante Strassenbahnschiene, Fussgängerslalom auf Radspur, Ampelphasen mit Rotgarantie) oder eben dem ÖPNV unterwegs ist.

Hier sind es besonders die olfaktorischen Eindrücke in der S-Bahn (individuelles MischMasch aus Verwesungs-, Jahrhundertschweiss- und Erbrochenemgestank) und die “Wir spielen heute die Flucht aus Schlesien Januar 45″-Gedränge in der “STOSS”!!!-zeit mit zurecht übellauigen Fahrgästen, die sich ständig bei Be- und Entschleunigung der U-Bahn auf die Füsse treten und dann gerne an exponierten Körperteilen ihrer Mitmenschen festhalten, welche jede Nahverkehrsfahrt zu einer Folterolympiade machen.

Doch wer denkt, beim Ausstieg ist dann auch alles vorbei, der irrt! Denn jetzt kommt die Zeit der STEHENBLEIBER. Ein Schritt vor die Wagentür … und dann kommt lange Nichts. Kein anderer Fahrgast kommt vorbei, kein anderer kann also auch rauskommen … für gefühlte zweieinhalb Minuten.

Es gilt drei Typen zu unterscheiden:

1. Orientierungslose
Anzeichen: Hektisches Kopfhinundherwenden
Verbreitung: Urbanes, touristisches Zentrum
Abhilfe: ungefragtes Mitnehmen zum Zielort (muss ja nicht ihrer sein)

2. Durchatmer
Anzeichen: nehmen erst mal ganz entspannt ein paar tiefe Züge Frischluft ein
Verbreitung: in ganz Berlin lokal endemisch
Abhilfe: die auf Berliner Bahnhöfen immer griffbereiten Penner einfach mal spontan mit den Durchatmern auf Tuchfühlung bringen

3. Gruppenreisende
Anzeichen: egal ob Kegelclub “Fette Schnecke” oder anglo-americano-australische “binge drinking kids” - es steigt immer erst eine Vorhut aus, dreht sich noch im Aussteigen um und lotst gestenreich aber in Zzzzeeeeeiiiitttlluuuuuuuupe den Resttrupp aus der Bahn
Verbreitung: Szenekieze mit Strahlkraft
Abhilfe: hier hilft nur rechtzeitiger Wagenwechsel

Business-Idee #1: Orientierungskurse für Stehenbleiber


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